Trust Barometer 2013: Die Vertrauenskrise der Banken hält an

Montag, 21. Januar 2013
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt
Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt

Vier Jahre nach der Bankenkrise hat die Mehrheit der Verbraucher in Deutschland noch immer kein Vertrauen in die Branche. Trotz großer Werbeanstrengungen seitens der Finanzdienstleister halten nur 26 Prozent der Menschen diese für vertrauenswürdig. Damit bildet die Branche das Schlusslicht unter den im Edelman Trust Barometer 2013 erfassten Wirtschaftskategorien. Die Befragung der PR-Agentur Edelman ist die größte repräsentative Studie zur Erhebung von Vertrauen in Regierungen, Medien, Unternehmen und Nichtregierungsorgansationen (NGO).
Dabei hat es an Marketinganstrengungen zur Besänftigung der misstrauischen Kunden nicht gefehlt. Die Commerzbank etwa versuchte es mit der Rückkehr zu ihrem alten Claim "Die Bank an Ihrer Seite". Sparkassen und Genossenschaften starteten eine Anzeigenkampagne, um den Verbrauchern die Angst um den Verlust ihrer Spareinlagen zu nehmen. Die Targobank bewirbt schon seit Ende 2011 die eigenen Dienstleistungen als besonders leicht und verständlich. Trotzdem kommen die Banken nicht aus dem Imagetief heraus und liegen noch deutlich hinter den Vertrauens-Schlusslichtern Finanzdienstleistungen (29 Prozent) und Energiebranche (38 Prozent).

Besonders großes Vertrauen haben die Konsumenten dagegen in Branchen, die sich mit prestigeträchtigen Trendprodukten beschäftigen: Technologie (71 Prozent), Automobil (62 Prozent) und Telekommunikation (56 Prozent). Außerdem ist das Vertrauen in die Medien im Vergleich zur Erhebung im Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 61 Prozent gestiegen. Die als Nachrichtenquelle ebenfalls wichtigen Suchmaschinen liegen allerdings mit 47 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt der Medien.

In der Politik genießen zwar die Mandatsträger nur wenig Vertrauen (27 Prozent), Deutschland traut die Mehrheit der Befragten jedoch viel zu: 52 Prozent der Europäer glauben, dass Deutschland eine Schlüsselrolle bei der Lösung der Euro-Krise einnimmt. Die Umfrage entwickelte die Marktforschungsfirma Edelman Berland im Auftrag der PR Agentur Edelman. Insgesamt befragte das Unternehmen 31.000 Personen in 26 Ländern anhand von 20-minütigen Online-Interviews. hor
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