Trotz trüber Konjunktur: Deutsche fühlen sich krisenresistent

Dienstag, 23. Oktober 2012
Die Deutschen blicken optimistisch in die Zukunft
Die Deutschen blicken optimistisch in die Zukunft

Der Regierungskoaltion geht es schlecht. Die Wirtschaft grummelt. Der Euroraum wackelt. Die Autoindustrie hat Absatzprobleme. Und die Deutschen verfallen nicht in Hysterie. Im Gegenteil: Knapp 36 Prozent sagen, dass sie sich einiges leisten können, 45 Prozent sind der Ansicht, dass sie im Großen und Ganzen zurechtkommen. Das zeigt die heute veröffentlichte Studie "GfK-Trendsensor Konsum 2012". Für die Unternehmen sind das gute Nachrichten, die Konsumenten treten noch nicht auf die Ausgabenbremse. Der GfK Verein hat für die Untersuchung rund 10.000 Menschen in neun europäischen Ländern befragt.

In Deutschland liegt die finanzielle Zufriedenheit der Konsumenten gegenüber der letzten Studie im Jahr 2010 sogar noch höher und erreicht knapp das Niveau von 1995. Das ist eine gefühlte Ewigkeit und war die Zeit, als der Kanzler noch Helmut Kohl hieß, der Euro nur als Idee bestand und die Dot.com-Ära noch in weiter Ferne lag. Allerdings hat sich seitdem auch eines nicht geändert: die Kluft zwischen West und Ost. Im Westen sind lediglich 17 Prozent mit ihrer finanziellen Situation unzufrieden, im Osten 26 Prozent. Ein Grund für die Wohlfühlatmosphäre in Deutschland ist die Sicherheit der Arbeitsplätze. Rund 72 Prozent der Deutschen halten ihren Job für sicher, lediglich zehn Prozent fürchten um ihren Arbeitsplatz. Ähnliche Zahlen gibt es derzeit nur in Österreich. 

Innerhalb der Studie hat der GfK Verein eine Typologie entwickelt, bei der die Konsumenten in "krisengefährdet", "angespannte finanziellen Situation" und krisenresistent" eingestuft werden. Hierbei kombinieren die Marktforscher die Einschätzung der eigenen finanziellen Situation mit der Gefährdung mindestens eines Arbeitsplatzes im Haushalt. Auch hier gibt Deutschland den europäischen Musterknaben. Mit rund 48 Prozent weisen die Deutschen die höchste Krisenresistenz auf, vor Österreich (45,5 Prozent) und den Niederlanden (46,1 Prozent). Ganz anders die Situation in Frankreich und Russland, die beide mit 29,4 Prozent beziehungsweise 20,5 Prozent am Ende des Ranking liegen. mir
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