Trotz höherer Spendings: Deutsche Bank und Commerzbank verlieren bei der Werbeerinnerung

Mittwoch, 24. November 2010
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Die Werbeinvestitionen der Deutschen Bank und der Commerzbank sind in diesem Jahr zum Teil verpufft. So fiel die Werbeerinnerung bei der Deutschen Bank zwischen Januar und Oktober 2010 von 27 Prozent auf 22 Prozent. Noch härter erwischt es die Commerzbank. Trotz ihrer Marken- und Kundencharta-Kampagne sank die Werbeawareness von 29 Prozent auf 23 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Werbewirkungsindex Niko. Die Zahlen der Frankfurter Markenberatung Brand Control, die den Index erstellt, sind um so prekärer, weil beide Institute ihre Spendings um 15 Millionen und 31 Millionen Euro erhöht hatten.  Die Gründe für das Versagen der Werbung sind vielfältig. So warb der Branchenprimus Deutsche Bank im ersten Halbjahr sehr unterschiedlich, erst ab Juli setzt das Unternehmen auf eine kontinuierliche Werbepräsenz in den Medien. "Bei der Deutschen Bank scheinen die Investitionen von monatlichen Ad-hoc Entscheidungen abzuhängen", erklärt Brand-Control-Chef Harald Jossé. "Eine irgendwie geartete Strategie lässt sich jedenfalls nicht erkennen." 

Die Commerzbank dagegen verfügt zwar mit ihrer "Deutschland hat ein neues Team"-Kampagne und der Kundencharta über eine höhere Präsenz, allerdings kollidieren hier Werbeverprechen mit unabhängigen Testergebnissen. So warb die Commerzbank innerhalb des Kundencharta-Auftritts mit "erstklassiker Beratung". Gleichzeitig attestierten ihr aber die Stiftung Warentest gerade mal ausreichende Leistungen. "Die Werbung wirkt vor allem deshalb nicht, weil sich das tatsächliche Verhalten der Banken nicht geändert hat", sagt Markenexperte Jossé. Von daher bleibt abzuwarten, welche Wirkung die aktuelle TV-Kampagne seit dem Relaunch der Marke haben wird. mir
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