Trotz Kreditzusage: Prinovis und Schlott stoppen Druck des Quelle-Katalogs

Freitag, 03. Juli 2009
Ohne den neuen Katalog wird es für Quelle trotz Kreditzusage eng
Ohne den neuen Katalog wird es für Quelle trotz Kreditzusage eng

Anfang der Woche war die Erleichterung bei den Quelle-Mitarbeitern groß. Nachdem sich der Bürgschaftsausschuss des Bundes für die Gewährung eines Massekredits an den insolventen Versandhändler ausgesprochen hatte, schien der Weg für den Druck des Katalogs - und somit für den vorläufigen Fortbestand von Quelle - frei. Aber jetzt kommt doch wieder alles anders. Denn der Druck des Quelle-Katalogs wurde nun kurzerhand gestoppt. "Wir haben trotz der Bewilligung des Massekredits keinerlei Signale von Quelle erhalten, dass wir für unsere Arbeit auch bezahlt werden. Daher haben wir beschlossen erst dann zu liefern, wenn wir eine feste Zusage haben", sagt Marco Walz, Sprecher des Druck-Zulieferers Schlott-Gruppe. Die Freudenstädter sind nicht die einzigen, die Eigentumsvorbehalte geltend machen. Auch beim Print Forum, das ebenfalls an der Produktion des Katalogs beteiligt ist, stehen die Druckmaschinen still.

Das legt den gesamten Produktionsprozess lahm. Grund: Der Quelle-Katalog besteht aus verschiedenen Komponenten, die von Schlott und Print Forum zugeliefert und am Ende bei der Bertelsmann-Tochter Prinovis zusammengefügt werden. Wie Prinovis-Sprecher Alexander Adler gegenüber HORIZONT.NET erklärt, ist die Bertelsmann-Tochter wegen der laufenden Eigentumsvorbehalte nun dazu verpflichtet, die weitere Produktion und Auslieferung des Quelle-Katalogs auszusetzen, bis die Vorlieferanten von Ihrem Eigentumsvorbehalt zurücktreten. "Wann Prinovis die Auslieferung fortsetzen kann, liegt nicht in den Händen von Prinovis", so Adler weiter.

Damit erhöht sich der Druck auf Quelle erneut. Von den rund 9 Millionen Katalogen, die insgesamt produziert werden sollen, steckt nun ein Großteil in der Warteschleife. mas
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