Toyota verhilft zur Flucht aus der digitalen Truman-Show

Montag, 20. August 2012
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In Deutschland wirbt Toyota derzeit mit hybrider Zukunftstechnologie, in England setzt das Unternehmen dagegen auf benzingeschwängerte PS-Nostalgie. In der von Saatchi & Saatchi London kreierten Kampagne "The real deal" für den Sportwagen GT86 wird das Auto zum Fluchtwagen aus einer digital animierten Welt voller "Pixel, Affektiertheit und Fahrassistenz-Systemen". Der Sportwagen, der in Deutschland am 15. September auf den Markt kommen wird, ist damit klar als Angebot an Fahrer positioniert, die Autofahren noch als individuelles Spaßerlebnis empfinden und sich dabei durch Systeme zur Abstandsmessung oder zum Spurhalten zunehmend bevormundet fühlen. Derartige Features gelten in der Automobilindustrie als lukrativer Wachstumsbereich, haben aber auch schon zu Debatten geführt, inwieweit das Fahrerlebnis dadurch grundsätzlich verändert wird.

Die "Real Deal"-Kampagne (Filmproduktion: Stink) findet zu dieser Frage eine radikale Antwort. Zunächst befindet sich der Fahrer in einer digitalen Scheinwelt, die in ihrer Optik sich klar an Autorennspielen wie "GTA" orientiert. Diese Scheinwelt ist eine sichere geordnete Welt, aber dafür müssen ihre Bewohner auch einen Preis bezahlen: "Kannst du es spüren: Den Rausch sich lebendig zu fühlen? Nein? ich kann es auch nicht. Es gibt kein lebendig in dieser Stadt."

Erst als der Protagonist zu den Klängen von Edith Piafs "je ne regrette rien" den Toyota GT86 besteigt, wendet sich das Blatt. Er lässt die Pixelwelt hinter sich und gelangt schließlich wie in dem Film "The Truman Show" an die Mauer, die die Scheinwelt von der realen Welt trennt. cam
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