Thyssen Krupp Wie der Industrieriese neue Formen der Kommunikation testet

Mittwoch, 06. Dezember 2017
Thyssen Krupp nutzte bei der diesjährigen Bilanzkonferenz die Schnelligkeit von Social Media
Thyssen Krupp nutzte bei der diesjährigen Bilanzkonferenz die Schnelligkeit von Social Media
© Thyssen Krupp
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ThyssenKrupp Bilanzkonferenz Twitter


Unternehmen gehen in ihrer Kommunikationspolitik neue Wege. Jüngstes Beispiel ist Thyssen Krupp. Auf seiner Bilanzkonferenz produziert der Industrieriese Video-Snippets aus den Antworten des Vorstandes. Ein Experiment auf Twitter.

Zwei Minuten Reaktionszeit bei einem Autorennen sind eine Ewigkeit. Zwei Minuten Reaktionszeit bei der Erstellung einer Videoantwort auf einer Bilanzpressekonferenz sind rekordverdächtig. Genau das hat Thyssen Krupp vor ein paar Tagen gemacht.


Wie gewohnt beantworteten die Vorstände auf der Pressekonferenz die Fragen der Journalisten. Das Besondere vollzog sich allerdings im Hintergrund. Ein Team aus Mitarbeitern der Unternehmenskommunikation und Pressestelle twitterte die Frage des Journalisten und hängte die Antwort des Vorstandes als Video-Snippet direkt an. Und das praktisch in Echtzeit. Innerhalb von zwei Minuten nachdem die Frage gestellt worden war gingen die Tweets live.
Möglich war das nur, weil die Vorstände sehr präzise antworteten, der Industrieriese auf lange Abstimmungsschleifen verzichtete, Verantwortung delegierte. Das Team konnte schnell und eigenständig entscheiden, welche Fragen und Antworten sich für einen Tweet eigneten. Für einen DAX-30-Konzern ist der Verzicht auf langwierige Freigabeprozesse schon fast eine kleine Revolution. Insgesamt setzte Thyssen Krupp so acht Tweets ab. Das ist keine Masse, aber für eine Premiere durchaus positiv. "Uns ging es darum, Reichweite und Aufmerksamkeit zu generieren", sagt Tim Proll-Gerwe Pressesprecher Recht & Compliance. Und das war nicht die einzige Neuerung. Erstmals konnten Redakteure auch Fragen per WhatsApp stellen, was beispielsweise die Redaktion von „Euro am Sonntag“ nutzte.
Auch diese Fragen beantworteten die Vorstände auf der Bühne. "Wir haben uns in der Kommunikation das Ziel gesetzt, immer wieder Dinge auszuprobieren", sagt Proll-Gerwe. Dazu zählt auch eine neues internes Kommunikationsformat: eine Leadership Conference, an der die gesamte weltweite Führungsmannschaft des Konzerns via Livestream teilnahm. mir

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