Telekom/United Internet: De-Mail-Gesetz nicht weiter verzögern

Dienstag, 07. Dezember 2010
Web.de-Geschäftsführer Jan Oetjen
Web.de-Geschäftsführer Jan Oetjen

Die Telekom und ihr Partner United Internet müssen sich bei ihrem gemeinsamen Projekt De-Mail vorkommen wie bei einem Biathlonverfolgungsrennen. Während die Deutsche Post mit ihrem E-Postbrief schon lange auf der Strecke ist, warten die beiden Mitbewerber noch auf ihre Starterlaubnis. Jan Oetjen, Geschäftsführer der beiden größten deutschen Maildienste GMX und Web.de, hat heute auf dem IT-Gipfel daher die Politik aufgefordert, das Gesetzgebungsverfahren rasch abzuschließen. Eigentlich hätte das De-Mail-Gesetz, das die Grundlage für einen rechtssicheren E-Mail-Versand bildet, noch vor Jahresende verabschiedet werden sollen. Jetzt ist frühstens im Frühjahr damit zu rechnen.

Warum sich das Gesetz verzögert, darüber gibt es unterschiedliche Interpretationen. Sie reichen vom bürokratischen Aufwand bis zu guter Lobbyarbeit der Deutschen Post. Oetjen möchte die Hängepartie möglichst schnell beenden. "Weitere Verzögerungen bei der Einführung einer verlässlichen elektronischen Kommunikation würden bei den Internetnutzern auf Unverständnis stoßen und zudem der Wirtschaft schaden" erklärt er.

Bislang haben sich über 750.000 Internetnutzer bei den beiden United-Internet-Töchtern vorab für eine De-Mail Adresse registriert. Gemeinsam mit der Telekom kommen die Provider nach eigenen Angaben auf rund eine Million Verbraucher. Sollte das Gesetz wie geplant noch im ersten Quartal des kommenden Jahres in Kraft treten, wollen die Anbieter sofort mit der Authentifizierung der registrierten Kunden beginnen. Auf einen hohen bürokratischen Aufwand will Oetjen allerdings verzichten. Er plant, diese nach Terminabsprache kundenfreundlich und komfortabel an der eigenen Haustür oder dem Arbeitsplatz vornehmen zu lassen. mir 
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