Telekom und Premiere zeigen Bundesliga / "Kaiser" möglicherweise Testimonial

Freitag, 19. Mai 2006

Die Deutsche Telekom in Bonn und die Münchner Pay-TV-Plattform Premiere haben eine weitreichende Partnerschaft vereinbart. Wie die Unternehmen mitteilen, wird Premiere im Rahmen dieser strategischen Zusammenarbeit auch künftig alle Spiele der 1. und 2. Fußball-Bundesliga zeigen. Premiere hatte Ende 2005 im Bieterstreit um die Live-Rechte an der Bundesliga gegen Wettbewerber Arena den Kürzeren gezogen. Dass Premiere seinen Kunden nun offenbar doch Live-Spiele zeigen kann, begründen die Unternehmen damit, dass die Telekom als Inhaber der Online-Rechte eine entsprechende Sublizenz für Übertragungen im Internet Protokoll Standard an Premiere vergeben hat. Damit sei Premiere als erstes deutsches TV-Unternehmen berechtigt, die Bundesliga live über Breitbandnetze der Deutschen Telekom im Rahmen von T-Home zu senden. Die Übertragung erfolgt künftig also nicht über Satellit oder Kabel, sondern ausschließlich über das neue superschnelle Breitbandnetz der Telekom, das im Sommer in zunächst zehn Großstädten in Betrieb genommen wird.

Die Vereinbarung gilt ab der kommenden Saison und läuft bis zum Jahr 2009. Premiere wird die Bundesliga-Sendungen künftig redaktionell und medienrechtlich verantworten. Darüber hinaus will der Sender die Bundesliga ab der Saison 2006/2007 in der bekannten Qualität produzieren. Alle Spiele der 1. Liga sollen einzeln und in der Konferenz zu sehen sein. Darüber hinaus werden erstmals auch Zweitligaspiele übertragen.

Einzelheiten zum Angebot wollen Deutsche Telekom, T-Online und Premiere noch bekannt geben. Über die Bundesliga hinaus soll das Premiere-Gesamtprogramm ab Sommer als IPTV-Angebot auf der neuen breitbandigen VDSL-Plattform T-Home von T-Online zu sehen sein. Premiere ist damit künftig auch über Breitbandnetze zu empfangen.

"Premiere bleibt als Produzent und Veranstalter von Bundesliga live im Spiel", sagt Premiere-Chef Georg Kofler. "Außerdem schaffen wir über T-Home von T-Online einen schnellen und effizienten Einstieg ins moderne, interaktive Fernsehen. Wir fördern damit eine interessante Alternative zum konventionellen Fernsehempfang über Satellit oder das herkömmliche Kabel", so Kofler.

Laut T-Com-Chef Walter Raizner wird das Angebot von T-Online unter der Dachmarke T-Home vermarktet. Für den Empfang des IPTV-Angebotes ist ein IP-fähiger Receiver, eine Streaming-Set-Top-Box, notwendig. Die Details zum Angebot werden die Kooperationspartner in den kommenden Wochen präsentieren.

Damit scheint auch der Streit zwischen der Deutschen Fußball Liga (DFL) und der Deutschen Telekom um die Übertragung der Bundesligaspiele beigelegt zu sein. "Die Deutsche Telekom bewegt sich im Rahmen der erworbenen Rechte, der allerdings damit erschöpft ist", erklärt ein Sprecher der DFL.

Inzwischen zeichnet sich ab, dass die zwischen Franz Beckenbauer und der Deutschen Telekom vereinbarte Partnerschaft bei der geplanten Übertragung der Bundesliga-Spiele über eine reine Kommententatorentätigkeit hinaus gehen könnte. Gerüchte, wonach der "Kaiser" in den kommenden drei Jahren als zentrale Werbefigur der Telekom auftreten soll, wollte ein Insider gegenüber HORIZONT.NET nicht dementieren. "Man kann das nicht ausschließen." Eine Sprecherin des aktuellen Beckenbauer-Partners O2 bestätigte unterdessen, dass der Vertrag mit dem früheren E-Plus-Werbepartner Beckenbauer im September ausläuft. "Momentan gibt keine Pläne für die Zeit darüber hinaus", so die Sprecherin. mas

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