Telekom-Konzerne ködern Kunden mit neuen Marken

Donnerstag, 16. Februar 2006

Rund 45 Prozent der deutschen Telekommunikationsanbieter wollen künftig mit zusätzlichen Marken neue Kunden gewinnen. Dabei setzen sie insbesondere auf Kooperationen mit Handelskonzernen und TV-Sendern. Das geht aus einer Internet-Umfrage hervor, für die das Hamburger Marktforschungsunternehmen Steria Mummert Consulting im November 2005 insgesamt 122 Fach- und Führungskräfte der Telekommunikationsbranche aus Deutschland und der Schweiz befragt hat. Die Entscheider erhoffen sich, mit Hilfe der etablierten Handels- und Medienmarken einzelne Kundengruppen wie Senioren besser ansprechen zu können. Zudem glauben die Unternehmen die Kosten für die Neukundengewinnung senken zu können, da Investitionen in Zielgruppenmarketing verringert werden könnten. Zudem sollen neue Eigenmarken für höhere Umsätze sorgen. Knapp 42 Prozent der befragten Anbieter setzen dabei auf transparente Preise wie Flatrate-Angebote für Telefon und das mobile Internet.

"Eine Mehrmarkenstrategie ermöglicht, schwer erreichbare Verbraucher anzusprechen. Der Vorteil ist, dass das eigene Image durch die neue Marke nicht beeinflusst wird", erklärte Telekommunikationsexperte Bernd Janke von Steria Mummert Consulting.

Neben dem Neukundengeschäft wollen sich zwei von fünf Telekommunikationsentscheider verstärkt um die Zufriedenheit ihrer Kunden kümmern. Für Unmut sorgen derzeit etwa Geschäftsmodelle, die die bestehende Klientel benachteiligen. So werden günstige Angebotspakete geschnürt, die nur Neukunden zur Verfügung stehen und von Vertragskunden nicht abgeschlossen werden können. mas

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