Taktische Medien triumphieren im Januar

Donnerstag, 12. Februar 2009
Nielsen-Chef Ludger Wibbelt
Nielsen-Chef Ludger Wibbelt

Der Trend war von vielen Marktbeobachtern prophezeit worden, nun zeigt sich er sich auch in der Statistik: Der deutsche Werbemarkt ist im Januar um 1,6 Prozent geschrumpft - den zum Teil drastischen Verlusten einzelner Gattungen konnten sich nur die abverkaufsorientierten Medien Tageszeitungen, Plakat und Radio entziehen. Dies geht aus aktuellen Daten von Nielsen Media Research in Hamburg hervor. Laut den Erhebungen der Marktforscher konnten Zeitungen um 6,4 Prozent zulegen und erreichen mit Bruttowerbeeinnahmen von rund 407 Millionen Euro einen Marktanteil von 29,5 Prozent. Plakat konnte mit einem Plus von 37,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr stark zulegen, die Radio-Spendings wuchsen um 5,5 Prozent.

IP muss brutto deutlich Federn lassen

IP muss brutto deutlich Federn lassen
Was die Branche schon seit Jahresbeginn munkelt, dafür liefern die - allerdings nur begrenzt aussagekräftigen - Nielsen-Zahlen für Januar nun Ansatzpunkte: IP Deutschland steht deutlich unter Druck. Der Brutto-Werbeumsatz der Sender der RTL Mediengruppe, die IP vermarktet, geht um satte 16,6 Prozent zurück. Mehr

Zu den Verlieren zum Jahresanfang gehören laut Nielsen die Werbeträger TV, Zeitschriften und Kino. Die Fernsehsender verzeichneten ein Minus von 4,7 Prozent und kamen auf Bruttowerbeeinnahmen von rund 511 Millionen Euro. Die Publikumszeitschriften litten mit einem Rückgang von 11,9 Prozent noch stärker. Am härtesten traf es jedoch die Kino-Vermarkter: Hier brachen die Spendings um 55 Prozent ein und lagen im ersten Monat 2009 nur noch bei rund 2,6 Millionen Euro.

Als stärkster Treiber im Werbemarkt zeigten sich zu Jahresbeginn die Discounter: Aldi schraubte seine Brutto-Spendings um 9,4 Prozent auf 33 Millionen Euro hoch, Lidl investierte brutto sogar rund 43 Prozent mehr und kam auf Ausgaben von 23 Millionen Euro. Stark zugelegt haben auch zwei Autobauer: Renault startete mit einem Plus von 126 Prozent mit hohem Mediadruck ins neue Jahr, VW legte um 20, 4 Prozent zu. jh
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