Tabakkonzerne zu Anti-Werbung verurteilt

Mittwoch, 28. November 2012
Zigaretten sollen alle gleich schädlich sein - auch aus der Produktion von Philip Morris
Zigaretten sollen alle gleich schädlich sein - auch aus der Produktion von Philip Morris

Ein öffentliches Schuldeingeständnis per Werbekampagne fordert Medienberichten zufolge ein US-Gericht von Tabakkonzernen. Die Industrie habe die Verbraucher über die Schädlichkeit von Light-Zigaretten im Unklaren gelassen. Nun sollen sich unter anderen Altria und Reynolds American in Inseraten selbst der Lüge bezichtigen. Die Bundesrichterin Gladys Kessler wirft den Unternehmen vor, spätestens seit 1964 Zigaretten mit geringerem Teergehalt und Produkte der Kategorie "Light" als weniger schädlich als die herkömmlichen Sorten dargestellt zu haben. Damit hätten sie die Konsumenten "bewusst getäuscht". Schon 2006 war Kessler zu dem Schluss gekommen, dass die Industrie die Gefahren des Rauchens durch Bezeichnungen wie "mild" verharmlost hatte und verbot die "irreführenden" Begriffe.

Kesslers Urteil heute lautet, dass die verurteilten Tabakproduzenten über zwei Jahre hinweg Anzeigen mit fünf Bekenntnissen schalten müssen, darunter laut "Guardian" dieses: "A federal court has ruled that the defendant tobacco companies deliberately deceived the American public by falsely selling and advertising low tar and light cigarettes as less harmful than regular cigarettes."

Um diese Bekenntnisse ging es zuletzt in dem Prozess, der bereits 1999 mit einer Klage des US-Justizministeriums begonnen hat. Die Firmen wehrten sich gegen bestimmte Begrifflichkeiten in den Statements, zum Beispiel gegen "deceived" ("betrogen"). Doch noch ist weder klar, über welche Medienkanäle die Botschaften verbreitet, noch wie viel die Veröffentlichung kosten soll. Die Konzerne könnten in Berufung gehen. Sie argumentieren mit dem Recht der freien Rede. fo
Meist gelesen
stats