Tabakkonzerne stellen Werberichtlinien auf

Mittwoch, 15. August 2001

Gemeinsam mit den Konkurrenten British-American Tobacco (BAT) und Japan Tobacco International (JTI) arbeitet der Tabakkonzern Philip Morris in New York an weltweit gültigen Werberichtlinien. Die so genannten "Marketing Standards" sollen bis September verabschiedet und bis Ende 2002 umgesetzt werden. "Wir arbeiten an einem Minimalkonsens", sagt Marc Fritsch, Sprecher von Philip Morris International in Lausanne. Man wolle Regeln aufstellen, "die es ermöglichen, erwachsene Konsumenten, die sich der Risiken des Rauchens bewusst sind, vernünftig über Werbung anzusprechen", wie Fritsch es politisch korrekt ausdrückt.

Die Ansprache von Jugendlichen mittels Werbung soll vermieden werden. BAT-Deutschland-Sprecher Dirk Prignitz geht davon aus, dass die Werberichtlinien an die in Deutschland bereits gültigen Selbstbeschränkungen der Tabakindustrie angelehnt werden. Diese beinhalten zum Beispiel den Verzicht auf Zigarettenwerbung in Jugendzeitschriften, auf jugendliche Testimonials oder darauf, in der Nähe von Schulen Zigarettenautomaten aufzustellen.

Ungeachtet der Bestrebungen zur freiwilligen Selbstbeschränkung der Tabakindustrie gelten weltweit zum Teil schon recht restriktive Regelungen. So hat das Europäische Parlament im Mai die neue Richtline über die Herstellung und den Verkauf von Tabakerzeugnissen in Europa beschlossen (HORIZONT 20/2001). Demnach sind Namensbestandteile und Zusätze wie "Leicht", "Lights"oder"Mild" ab 2003 verboten. Die Warnhinweise auf der Verpackungen müssen ab Oktober 2002 verschärft werden und mehr Platz einnehmen.
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