Tabakindustrie unterstützt Kampagne zum Jugendschutz

Donnerstag, 21. März 2002

Mit 11,8 Millionen Euro unterstützt die deutsche Zigarettenindustrie ab sofort Aufklärungskampagnen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Raucherprävention. Der Betrag wird vom Verband der Cigaretten-Industrie (VdC) in fünf Jahresraten überwiesen. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichneten in Berlin Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und die sieben deutschen Zigaretten-Hersteller.

Die Bundeszentrale, die im vergangenen Jahr für die Aufklärung über Risiken des Rauchens und für Abgewöhn-Programme 1,23 Millionen Euro zur Verfügung hatte, kann den Betrag völlig frei für Kampagnen verwenden, die sich an Kinder und Jugendliche wenden. Die Industrie machte keine Vorbedingungen an die Umsetzung der Kampagnen.

1996 hatte der Zigaretten-Verband mit Millionenaufwand eine Kampagne mit dem Claim "Cool Kids can wait" gestartet. Der Verband mußte dafür heftige Kritik einstecken und wurde gar auf Unterlassung verklagt, da - so der Vorwurf - die Aktion die Aufforderung beinhalte, später als Erwachsene zu rauchen. Das jetzige Abkommen kommt der Zigarettenindustrie entgegen, die zuletzt durch verstärkte Kooperation versucht hat, einem vollständigen Werbeverbot zu entgehen.
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