Tabakbündnis startet Mobilisierungskampagne

Donnerstag, 24. Januar 2013
Der Kampf gegen die Tabakproduk-Richtlinie (TPD 2) gewinnt an Schärfe
Der Kampf gegen die Tabakproduk-Richtlinie (TPD 2) gewinnt an Schärfe


Am vergangenen Dienstag gingen sie in Brüssel auf die Straße, jetzt schießen die Tabakhändler in Deutschland gegen die geplante Neufassung der Tabakprodukt-Richtlinie. Einzelhändler und Tankstellenbetreiber wollen ihre Kunden über die Folgen informieren, sollte der Entwurf in Kraft treten, und Unterschriften gegen die Regulierungspläne sammeln. Die Listen werden von Anfang Februar an ausliegen. Dabei wollen die Händler auch klarmachen, wie sehr sie selbst von den EU-Regelungen getroffen würden. Bis zu 25.000 Arbeitsplätze bei den etwa 8000 Fachhändlern in Deutschland sind nach ihren Angaben gefährdet. Negative Auswirkungen befürchten allerdings auch die anderen Branchenzweige.

Hinter der Handelskampagne steht deshalb auch die Initiative "Entscheiden Sie selbst", in der sich außer dem Bundesverband des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE) unter anderen auch der Deutsche Zigarettenverband (DZV), der Verband der deutschen Rauchtabakindustrie (VdR)  und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zusammengeschlossen haben. DZV-Geschäftsführer Dirk Pangritz befürchtet nicht nur ein Ende der Produktvielfalt, sondern auch eine Ausweitung der Regulierungsbestrebungen auf andere Branchen.

Die Branchenvertreter sind optimistisch, viele Unterschriften gegen die geplante EU-Richtline zusammenzubekommen. Gemäß einer von der Initiative bei Forsa in Auftrag gegebenen Umfrage bezweifeln 76 Prozent der insgesamt 1000 Befragten, dass Warnhinweise und Fotos auf den Verpackungen dazu geeignet sind, Raucher vom Rauchen abzuhalten. Die Tabakproduktrichtlinie sieht auch Schockbilder vor, die 75 Prozent der Vorder- und Rückseite von Zigarettenpackungen bedecken. 53 Prozent der Umfrageteilnehmer sind der Meinung, dass die Europäische Union zu viele Bereiche des täglichen Lebens reguliert.

Um eine beeindruckende Zahl von Unterschriften zu sammeln, muss sich die Branche sputen. Bundestag und Bundesrat haben nur noch bis Anfang März Zeit, den Richtlinienentwurf zu prüfen. Danach beschäftigt sich das EU-Parlament mit den Plänen. fo
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