TV-Vermarktung: Sportarten kämpfen um Anteile

Donnerstag, 01. Dezember 2011
Zum Vergrößern bitte anklicken
Zum Vergrößern bitte anklicken

Welche Sportart wie viel Zeit auf den deutschen Bildschirmen zur Verfügung gestellt bekommt, ist gleich in mehrfacher Hinsicht eine hochpolitische Frage. Für Randsportarten ist die mediale Präsenz der Hoffnungsträger im Kampf um ein Massenpublikum, die Reichweitenkönige müssen um die maximale Vermarktung ihrer Beliebtheit bemüht sein und die Medienpolitik darf das Recht auf Grundversorgung ihrer Wähler nicht vergessen. Dieser Verteilungskampf wird in den kommenden Jahren eher noch schärfer werden, wie ein Blick in die Reichweitenstudie der Kölner Sportbusinessberatung Sport + Markt zeigt. Alarmierend für die Herausforderer in der Vermarktung: König Fußball konnte seinen ohnehin schon erdrückenden Beliebtheitsvorsprung in den vergangenen drei Jahren noch weiter ausbauen. Dagegen verlor der Boxsport ganze 5 Prozentpunkte in den Augen der Fernsehzuschauer. Auch der Automobilsport jenseits der Formel 1 verliert an Beliebtheit beim breiten Publikum.

Zum Vergrößern bitte anklicken
Zum Vergrößern bitte anklicken
Ein Blick in die Kontaktzahlen zeigt, dass selbst eine forcierte Medienpräsenz längst kein Garant für eine breitere Akzeptanz der Sportart ist. So erreichte der Frauenfußball als Trendsportart einen respektablen sechsten Platz im Top-2-Box-Ranking der interessanten Sportarten, von dem die TV-Sender 2010 mit 124 Stunden Spielübertragungen zu profitieren hofften. Doch mit 29 Millionen tatsächlich erreichten Zuschauerkontakten lag Frauenfußball weit abgeschlagen auf dem letzten Platz der Top 10. Umgekehrt muss eine wenig gehypte Sportart im Programm scheitern. Motorsport liegt im Interessenranking zwar auf dem letzten Platz, doch die trotzdem gesendeten 1122 Programmstunden wurden 2010 mit 810 Millionen Zuschauerkontakten belohnt – Platz 4 im Reichweitenranking. cam
Meist gelesen
stats