TV-Rechte: ARD-Programmdirektor Herres attackiert IOC

Dienstag, 27. Januar 2009
Spricht deutliche Worte in Richtung IOC: Volker Herres
Spricht deutliche Worte in Richtung IOC: Volker Herres
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ARD und ZDF setzen im Streit um die TV-Rechte das Internationale Olympische Komitee (IOC) unter Druck. Sollten die beiden öffentlich-rechtlichen Sender nicht den Zuschlag für die Übertragung der Spiele 2014 und 2016 bekommen, wollen sie die generelle Berichterstattung von olympischen Sportarten deutlich einschränken. „Das IOC übersieht, dass wir kontinuierlich - auch zwischen den Sommer- und Winterspielen - über olympische Sportarten berichten. Sollten wir die Fernsehrrechte an den Spielen verlieren, würden wir unser Engagement zwischen den Spielen für jede Einzelsportart überprüfen", sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres gegenüber dem „Handelsblatt".

Der Hintergrund: Das IOC hatte sich erstmals entschieden, die Übertragungsrechte nicht zentral an die European Broadcast Union (EBU) zu vergeben - der auch ARD und ZDF angeschlossen sind. Über die Einzelvermarktung der Medienrechte hofft das Komitee auf höhere Einnahmen in den jeweiligen Ländern. Herres hält dies „für einen strategischen Fehler" und spricht von überzogenen Forderungen des IOC.

Einer Splittung der TV-Rechte zwischen Pay- und Free-TV erteilt Herres eine klare Absage: „Eine Teilung der Rechte beispielsweise mit dem Bezahlfernsehen, wonach die einen die Rosinen bekommen und die anderen Graubrot - so weit reicht meine Selbstlosigkeit nicht." Premiere hat bereits Interesse an der Übertragung bekundet, äußerte sich jedoch nicht zu Umfang und Preis eines möglichen Angebots.

Welche Erlösmarke das IOC anpeilt, ist offen. In der Vergangenheit waren die Olympia-Rechte vergleichsweise günstig: Die EBU hat insgesamt 342 Millionen Euro für die Spiele in Peking im vergangenen Jahr und 104 Millionen für die Winterspiele in Turin gezahlt. Zum Vergleich: Die Deutsche Fußball Liga kassiert aus der Verwertung der Bundesliga im TV und Internet allein in Deutschland über 400 Millionen Euro pro Spielzeit. mh
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