TNT Post kämpft gegen Mindestlohn

Montag, 17. Dezember 2007

Nach dem Bundestagsbeschluss zur Einführung eines Mindestlohns für Briefträger drohte TNT Post mit dem Rückzug aus Deutschland. Nun gibt sich der niederländische Post-Konkurrent kämpferisch - und will einen eigenen, niedrigeren Mindestlohn durchsetzen. "Wir werden auf unserer Tarifautonomie bestehen und dies notfalls auch vor Gericht durchsetzen", sagte TNT-Post-Geschäftsführer Mario Frusch der "Financial Times Deutschland". Das Unternehmen ist laut Frusch sogar bereit, einen Rechtsbruch zu riskieren, sollte der Mindestlohn für Zusteller ab Januar kommenden Jahres greifen. TNT Post werde seinen Zustellern auch dann nur bis zu 7,50 Euro zahlen, so der Manager. Der vom Parlament beschlossene Mindestlohn beträgt bis zu 9,80 Euro in der Stunde.

"Wir laufen nicht weg, diesen Gefallen werden wir der Deutschen Post nicht tun", sagte Frusch der Zeitung. TNT Post ist der größte Rivale des Gelben Riesen in Deutschland - neben der PIN Group, die durch den geplanten Rückzug von Mehrheitseigentümer Axel Springer in Bedrängnis geraten ist. Der deutsche Ableger von TNT bietet auch Direktmarketing-Dienstleistungen an und gehört zu 71 Prozent der einstigen holländischen Staatspost TNT, mit 29 Prozent ist der Hamburger Otto-Konzern beteiligt. jh
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