TNS gibt Widerstand gegen WPP-Übernahme auf

Dienstag, 07. Oktober 2008
Erhält wohl doch noch den Zuschlag für TNS: WPP-Chef Martin Sorrell
Erhält wohl doch noch den Zuschlag für TNS: WPP-Chef Martin Sorrell

Das Management des britischen Marktforschers Taylor Nelson Sofres (TNS) gibt seinen Widerstand gegen eine Übernahme durch den Werberiesen WPP auf. Es empfahl seinen Aktionären, das Angebot von 1,4 Milliarden Euro anzunehmen. Die WPP-Offerte stuft die TNS-Führungscrew allerdings nach wie vor als zu niedrig ein. Aber WPP plant, TNS nach der Übernahme nicht mehr an der Börse zu handeln. Für verbliebene Aktionäre bestünde daher die Gefahr, dann Anteile an einem nicht mehr gelisteten Unternehmen zu halten.

Laut britischem Aktienrecht kann WPP den Marktforscher von der Börse nehmen, wenn es 75 Prozent der Anteile hält. Bislang sind dem Werbedickschiff 254 Millionen TNS-Aktien angeboten worden - WPP hat nach eigenen Angaben somit Zugriff auf 61 Prozent des TNS-Kapitals. Um weitere Aktionäre zu überzeugen, hat WPP bereits zum zweiten Mal die Angebotsfrist verlängert. Bis zum 8. Oktober haben die TNS-Aktionäre jetzt Zeit, sich erneut zu entscheiden.

Mit der aktuellen TNS-Management-Empfehlung scheint indessen eine monatelange Bieterschlacht zu Ende zu gehen. Ursprünglich hatte die TNS eine Fusion unter Gleichen mit der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) angestrebt. Dieses Vorhaben torpedierte WPP mit einem feindlichen Übernahmeangebot. Ende August gab die GfK endgültig das Vorhaben auf, TNS zu erwerben. Ihr war es nicht gelungen, eine Gruppe von Investoren zu finden, die den TNS-Kauf mitfinanziert hätten. Geht der Deal nun wie geplant über die Bühne, würde WPP seinen Wettbewerber Omnicom als weltgrößte Werbeholding überholen.   mir

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