TNS: HD-Fernseher sind Standard / Skepsis gegenüber Hybrid-TV

Freitag, 26. August 2011
Flachbildfernseher, wie dieses Samsung-Gerät, stehen in 60 Prozent der Haushalte
Flachbildfernseher, wie dieses Samsung-Gerät, stehen in 60 Prozent der Haushalte

In 2011 ist der HD-fähige Flachbildfernseher zum Standard in deutschen Wohnzimmern geworden: Im Vergleich zu 2008 hat sich die Verbreitung der LCD- und Plasma-TVs fast verdreifacht (2008: 21 Prozent; 2011: 59 Prozent). Damit übersteigt der tatsächliche Kauf seit Jahren die im jeweiligen Vorjahr geäußerte Kaufbereitschaft. Das geht aus dem aktuellen TNS Convergence Monitor hervor. Der optisch ansprechende Flatscreen wird besonders häufig (60 Prozent) erworben, um die bessere Bildqualität des hochauflösenden Fernsehens genießen zu können. Wichtige Gründe für die Neuanschaffung sind auch ein größerer Bildschirm (43 Prozent) und der Wunsch nach einer optisch ansprechenden Alternative zur Röhre (30 Prozent).

„HDTV hat dazu beigetragen, dass Fernsehen wieder als eine moderne, zukunftsfähige Technologie wahrgenommen wird", sagt Wolfgang Werres, Geschäftsführer TNS Infratest Media Research und Mitglied der TNS Convergence Group. „Mit den großen, schicken Flatscreens im Zentrum der Wohnung hat das Fernsehen ein Stück weit seine „Lagerfeuer"-Funktion zurück erobert und ist wieder vorzeigbar geworden."

Für einen Teil der Besitzer der neuen Geräte gewinnt Fernsehen allein durch die größere Bildschirmdiagonale an Attraktivität: Denn nur 25 Prozent der Haushalte haben zum entsprechenden Fernsehgerät den externen oder integrierten HD-Receiver, der zum Empfang von hochauflösenden Programmen ebenfalls nötig ist.

Im Vergleich zu HDTV stecken andere neue TV-Technologien noch in den Kinderschuhen. Immerhin 59 Prozent der 14- bis 64-Jährigen haben bereits davon gehört, dass es möglich ist, mit dem Fernseher im Internet zu surfen. Aber nur acht Prozent der Haushalte haben die Möglichkeit mit einem internetfähigen Fernseher beziehungsweise über eine internetfähige Set-Top-Box oder Spielekonsole Webseiten am Fernsehbildschirm aufzurufen. Weitere vier Prozent schließen den Computer an und nutzen den Fernseher sozusagen als Bildschirm für den Desktop oder das Notebook. Wer Hybrid-TV noch nicht nutzt, kann sich Funktionsweise und Vorteile nur schwer vorstellen und steht der neuen Technologie daher eher abwartend gegenüber.

Ähnliches gilt für 3D TV, das - trotz eines hohen Bekanntheitsgrades (78 Prozent) und der zunehmenden Anzahl von Kinofilmen in 3D - auf der heimischen Couch noch so gut wie gar nicht genutzt wird. „Bei Hybrid TV und noch mehr bei 3D TV sind die Konsumenten unsicher, wie benutzerfreundlich diese Dienste sind", erläutert Werres. „Die Vorstellung, umständlich mit der TV-Fernbedienung URLs eintippen zu müssen, schreckt viele ab. Gleiches gilt für das Tragen einer 3D-Brille beim gemütlichen Fernsehabend." mh
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