T-Online wird nach Reintegration zur Produktmarke degradiert

Montag, 11. Oktober 2004

Die seit Monaten kursierenden Gerüchte um die Wiedereingliederung des börsennotierten Internetproviders T-Online in das Mutterhaus Deutsche Telekom haben sich nun bestätigt. Wie die Deutsche Telekom bekannt gibt, soll die T-Online International AG über eine Verschmelzung in den Konzern integriert werden. Im Zuge dessen sollen die in Streubesitz befindlichen T-Online-Aktien in Telekom-Aktien umgetauscht werden. Alternativ will der Konzern den Aktionären einen Preis von 8,99 Euro pro Aktie zahlen. Der Aufsichtsrat von T-Online hat den Verhandlungen inzwischen zugestimmt.

Nach Ansicht von Kai-Uwe Ricke, Vorstandschef der Deutschen Telekom, ist die Integration von T-Online "der einzig richtige Weg in die Zukunft". Aufgrund der zunehmenden Konvergenz der Geschäftsmodelle von Telekommunikationsunternehmen und Internet Service Providern sei das Internet aus Kundensicht immer weniger ein eigenständiges Geschäftsfeld. "Die Kunden erwarten Angebote aus einer Hand", so Ricke. T-Online soll künftig ein wesentlicher Teil des neuen strategischen Geschäftsfeldes Breitband/Festnetz der Telekom und zugleich die Produktmarke für alle IP-basierten Dienste im Massenmarkt werden.

Die erste Geige spielt künftig jedoch offenbar die Marke T-Com, die weiterhin für Sprachtelefonie auf Basis von PSTN-Zugang, Verbindungen und Netzwerke/Transport verantwortlich sein soll. "Gegenüber unseren Kunden wird die strategische Geschäftseinheit Breitband/Festnetz einheitlich unter der Marke T-Com auftreten", so Ricke. Die Verschmelzung soll in der zweiten Jahreshälfte 2005 abgeschlossen werden. mas
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