T-Com wirbt breit für Billigtarife

Montag, 21. Februar 2005

Die Telekom-Tochter T-Com in Bonn setzt sich gegen ihr Teuer-Image zur Wehr. Unter dem Claim "Bei T-Com fallen die Preise" startet der Festnetzanbieter in diesen Tagen eine breit angelegte Kampagne für sein neues Tarifsystem. Dabei kommen neben einem TV-Spot, in dem - passend zur allmählich aufkommenden Vor-WM-Stimmung - die Fußballspieler des Sponsoring-Partners FC Bayern München zu sehen sind, auch Printanzeigen und Außenwerbemaßnahmen zum Einsatz. So wird die Botschaft unter anderem auch auf Autodächern sowie per Mega-Plakaten an Bahnhöfen und Hauswänden platziert. Für die Kreation zeichnet die Düsseldorfer Agentur Citigate SEA verantwortlich. Planung und Einkauf verantwortet Mediacom, ebenfalls Düsseldorf.

Bei den so genannten "Wünsch Dir Was"-Tarifen, die ab Anfang März bei dem Festnetzanbieter gebucht werden können, sollen Telefon-Kunden ihre Kosten massiv senken können. So sollen die Preise für Gespräche mit dem City-Tarif laut T-Com bis zu 75 Prozent fallen, bei Ferngesprächen sind laut Unternehmensangaben Einsparungen von bis zu 59 Prozent möglich. Zudem führt T-Com eine Flatrate für Gespräche im eigenen Vorwahlbereich ein und erweitert das bestehende XXL Angebot um Gespräche in der Nebenzeit für 0 Cent.

"Mit unseren massiven Preissenkungen und der übersichtlichen Tarifstruktur stellen wir die Erwartungen unserer Kunden in den Mittelpunkt und festigen unsere Spitzenposition in Deutschland", sagt Achim Berg, Vorstand Marketing und Vertrieb bei T-Com.

Kritik erntet das Unternehmen derweil vom Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) in Köln. Dieser wirft dem Unternehmen eine Irreführung der Verbraucher vor. Als Grund führt der VATM an, dass Kunden ihre Kosten nur in Ausnahmefällen um bis zu 75 Prozent senken könnten, da es in Wahrheit keine Preissenkung gebe, sondern nur die Minutentaktung geändert werde.

So zahlten Kunden laut VATM bislang 6 Cent im 4-Minuten Takt, jetzt 1,5 Cent, allerdings pro Minute. "Dass eine solche Einsparung in der Realität eintritt, dürfte mit dem unwahrscheinlichen Fall des Druckverlustes vergleichbar sein, den die freundliche Stewardess im Flieger zum Herunterfallen der Sauerstoffmasken beschreibt", so Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM. "Solche Vergleiche haben nichts mit der Wirklichkeit zu tun, und der Kunde wird sehr schnell erkennen, dass sich mit Rechenexempeln kaum etwas sparen lässt." mas
Meist gelesen
stats