Swiss Life beerdigt AWD

Mittwoch, 28. November 2012
Die Marke AWD verschwindet aus der Öffentlichkeit
Die Marke AWD verschwindet aus der Öffentlichkeit


Im Sommer war es noch ein Gerücht, jetzt ist es Fakt: Der Versicherungskonzern Swiss Life nennt sein Tochterunternehmen in Swiss Life Select um. Damit verschwindet das von Multimillionär Carsten Maschmeyer gegründete Unternehmen endgültig von der Bildfläche. Eine Folge: Mit dem Aus muss sich Hannover 96 auch einen neuen Namen für seine Fußballarena suchen. Seit 2002 heißt das ehemalige Niedersachsenstadion offiziell AWD-Arena. Gleichzeitig baut das Schweizer Mutterunternehmen bei dem Finanzdienstleister in den nächsten drei Jahren bis zu 400 Stellen ab.
Die Marke wird sich künftig nur noch auf die Märkte Deutschland, Schweiz, Polen und Tschechien konzentrieren. Aus den Märkten Ungarn und Slowakei zieht sich der Dienstleister zurück. Die Umbenennung und Neustrukturierung sollen der kriselnden Tochter wieder auf die Beine helfen. Swiss Life hat in seiner Bilanz fast eine halbe Milliarde Euro auf den Firmenwert von AWD abgeschrieben. Man habe die Wachstumsmöglichkeiten bei AWD überschätzt, sagte Swiss-Life-Chef Bruno Pfister heute in Zürich.

Die Tochter verkauft seinen Kunden gegen Provision Lebens- und Krankenversicherungen sowie Finanzprodukte. Fällt das derzeit nahezu allen Unternehmen in der Branche vor dem Hintergrund der Finanzkrise und der schwächelnden Rendite von Lebensversicherungen schon schwer genug, hat dem AWD-Vertrieb zudem das skandalträchtige Image des Unternehmens zuletzt das Leben erschwert. Gegen AWD soll es Hunderte von Klagen und Schadenersatzforderungen geben wegen angeblich überhöhter Provisionen und Falschberatungen. Ein Teil der Klagen scheiterte allerdings bisher, andere zogen Kunden vor Prozessbeginn zurück. Unternehmensgründer Carsten Maschmeyer hatte AWD 2007 für gut eine Milliarde Euro an Swiss Life verkauft. mir
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