Swatch setzt auf Guerilla-Werbung

Mittwoch, 17. April 2002
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Swatch Group Schweiz Thomas Borer Werbebotschaft FAZ


Nur selten finden aktuelle politische Ereignisse den Weg in die Werbung - und damit meist zu einer humoristischen Überhöhung. Umso überraschender ist es, dass die Swatch Group, die bislang noch nie ein solches Thema aufgegriffen hat, ausgerechnet die angebliche Sex-Affäre um den Schweizer Botschafter Thomas Borer nutzt, um ihre Werbebotschaft zu kommunizieren.

Bewusst, so heißt es aus der Deutschland-Zentrale, wollte Swatch einen Gegenpol zum derzeitigen Klischee der Schweiz - spießig und kleinbürgerlich - entwerfen: Deshalb habe der Uhrenhersteller in einer Anzeige in der "FAZ" das Manifest zum nicht existierenden 27. Kanton veröffentlicht.

Eine "spontane Guerilla-Aktion" sei die inhouse entwickelte Anzeige, Nachfolgeaktionen seien "zwar zunächst nicht geplant, aber durchaus denkbar". Kein Wunder, hat doch die auffällige Werbeaktion, die parallel in der Schweiz durch einen TV-Spot in Nachrichtenmanier unterstützt wurde, für massive Diskussionen innerhalb der Schweiz über das derzeitige Image der Eidgnossen im europäischen Ausland gesorgt.
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