Supermärkte fordern Option auf den Automobil-Verkauf

Mittwoch, 06. März 2002

Bei der Liberalisierung des Autohandels darf nach Ansicht des Handels der Verkauf im Supermarkt nicht ausgesperrt werden. Alle Wiederverkäufer müssten gleich behandelt werden, fordert Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer des Hauptverbandes des deutschen Einzelhandel (HDE), mit Blick auf die anstehenden Beratungen der Mitgliedstaaten zum Liberalisierungsentwurf von EU-Kommissar Monti. Wer die Qualitätsanforderungen der Hersteller erfülle, so Pellengahr, dürfe vom Vertrieb nicht ausgeschlossen werden.

Dem Handel geht es offensichtlich zunächst darum, sich Optionen offenzuhalten. Die Neigung, in großem Maßstab in den Autovertrieb einzusteigen, ist bei den Trendsettern der Branche noch gering. So will der Handelskonzern Edeka, der mit dem Verkauf von Fiat Punto im Supermarkt Schlagzeilen machte, Pkw künftig keinesfalls zum festen Bestandteil im Sortiment machen. "Wir konzentrieren uns auf unsere führende Position im Lebensmittelhandel", so Edeka-Sprecher Joachim Brozio. Attraktive Einzelaktionen seien aber nicht ausgeschlossen. Dabei müsse Edeka nicht als Verkäufer auftreten, sondern könne wie im Falle Punto als Mittler für Händler aktiv werden.

Selbst die AVA mag mit ihren Marktkauf-Märkten nicht auf Dauer unter die Autohändler gehen. Trotz bester Erfahrungen: Im Sommer 2001 wurden rund 1000 Daewoo-Pkw verkauft. Dabei trat die AVA als Direktverkäufer auf. Der Konzern setzt allerdings auf Exoten-Marken. Das sorge in der Branche für weniger Aufregung, heißt es bei den Bielefeldern.
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