Studie: Versicherungsmarken oft nicht unterscheidbar

Mittwoch, 16. September 2009

Deutsche Versicherungen sind sich zu ähnlich. Kunden können Versicherungsprodukte oft nicht unterscheiden und kennen die Markennamen vieler Anbieter nicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens 67rockwell in Hamburg, bei der 23 Versicherungsmarken in mehr als 5000 Probandenbefragungen beurteilt wurden. Rund 67 Prozent der Befragten konnten selbst den bekanntesten Versicherungsmarken nur wenige Assoziationen zuordnen. Trotz hoher Werbeaufwendungen ist der Versicherungsmarkt für Konsumenten offenbar zu undurchsichtig. Neben der mangelnden Markenbekanntheit zeigt die Befragung vor allem die hohe Austauschbarkeit von Versicherungsmarken, die kaum voneinander zu unterscheiden sind. Einige Marken wurden auch anderen Branchen oder Industrien zugewiesen und von den Teilnehmern gar nicht als Versicherungen erkannt.

"Den Marken fehlt aus Sicht der Konsumenten der Wiedererkennungswert und eine eindeutige Positionierung im Versicherungsmarkt", erläutert Stephan Paprottka, Partner und Geschäftsführer von 67rockwell. "Ohne signifikantes Markenbild sind Versicherungen wenig attraktiv und profillos, so dass sie keine Leitbilder bei der Versicherungswahl darstellen und die Kaufentscheidung erschweren".

„Versicherungen verschwenden ihre Marketingbudgets, wenn sie in klassische Werbung investieren, die von den Konsumenten als zu wenig greifbar empfunden wird“, erklärt Paprottka. Er empfiehlt Versicherungen mit Einmarken-Strategien klassische emotionale Kommunikationsmodelle abzulösen und neue Strategien zu erarbeiten. Unternehmen mit mehreren Marken sollten ihre Markenportfolios hinsichtlich ihrer Gesamtwirkung auf den Prüfstand stellen und bei Bedarf konsolidieren. ork
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