Studie: Stadtwerke lassen Potenziale bei Kundenorientierung ungenutzt

Freitag, 13. Oktober 2000

Obwohl gerade die Stadtwerke dazu prädestiniert sind, sich auf die lokale Energiekunden einzustellen und maßgeschneiderte Angebote mit Gas, Wasser und Fernwärme zu entwickeln, nutzen sie diesen Vorteil kaum. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Wiesbadener Unternehmensberatung Marketing Partner. So sehen 79 Prozent der befragten Stadtwerke-Manager nach wie vor den Strompreis als Kernpunkt ihrer Werbung an. "Das ist allerdings zu kurz gedacht", meint Studienleiter Jörg Westphal, "entscheidender Wettbewerbsvorteil wird eine geglückte Kundenorientierung sein." Hier bestehe bei den Stadtwerken großer Nachholbedarf: Nur 57 Prozent der Befragten gaben an, über eine systematische Kundendatenbank zu verfügen. Stromhändler wie Ares kommen auf 83 Prozent, Verbundunternehmen (zum Beispiel RWE) und Regionalversorger wie EnBW gar auf 89 Prozent. Mit gutem Beispiel voran gehen die Stadtwerke hingegen beim Beschwerdemanagement: 71 Prozent sehen sich hier einen Schwerpunkt ihrer Kundenorientierung gegenüber 25 Prozent (Stromhändler) und 67 (Verbundunternehmen/Regionalversorger).
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