Studie: Pharmawerbung in den USA boomt - zulasten der Effizienz

Freitag, 13. Dezember 2002

Die Effizienz der Pharma-Werbung in den USA sinkt. Der Grund sind die immens gestiegenen Werbeausgaben der Hersteller - die Gewinnmarge pro Werbedollar fällt. Dies ergibt eine Studie des US-Marktforschungsinstituts Datamonitor. Danach haben 2001 die 14 größten Pharmakonzerne alleine in den USA 9 Milliarden Dollar in Werbung und Promotion investiert. Auf jeden ausgegebenen Werbedollar kommt ein Gewinn von 17 Dollar; 1998 lag der Profit noch bei 22,2 Dollar. Ein weiteres Ergebnis: Kleinere Unternehmen werben effizienter als die meist durch Fusionen entstandenen Branchenriesen.

In den USA investiert die Pharmaindustrie zwölf mal so viel wie in Deutschland, dem größten Pharmamarkt in Europa und dem weltweit zweitgrößten Einzelmarkt. Zwischen 1998 und 2001 sind die Werbeausgaben der 14 größten Unternehmen in den USA um durchschnittlich 32,4 Prozent pro Jahr gestiegen. Begünstigt wird diese Entwicklung durch den weitgehend unlimitierten US-Pharmamarkt, während in Europa meist Preis- und Marketingregulierungen bestehen. Auch europäische Unternehmen setzen auf den US-Markt. So hat der Schweizer Konzern Novartis laut Datamonitor seine Marketingausgaben in den USA im Schnitt um jährlich 57 Prozent erhöht.
Meist gelesen
stats