Studie: Ostmarken sind im Westen nach wie vor unbekannt

Dienstag, 21. September 2010
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Rotkäppchen und Spee sind die einzigen Marken mit ostdeutschen Wurzeln, die auch im Westen nennenswerte Markenbekanntheiten erreichen. Zu diesem Ergebnis kommt die West-Ost-Markenstudie 2010 vom Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK) und MDR Werbung (MDRW).
Damit nehmen die beiden eine Sonderstellung ein. „Abseits dieser Leuchttürme verfügen die Ostmarken über einen immer noch sehr geringen Bekanntheitsgrad", sagt Sören Schiller, Geschäftsführer IMK. Im Westen gelten Ostmarken vor allem als preiswert. Der Erfolg westdeutscher Produkte im Osten beruht dagegen auf ihrer Marktmacht. Die Macher der Studie sehen auf beiden Seiten Handlungsbedarf.

So können Unternehmen im Westen generell auf eine höhere Markentreue bauen. Außerdem stehen ökologische Aspekte im Vordergrund. Der ostdeutsche Verbraucher ist dagegen preissensibler und anspruchsvoller bezüglich der Werbung. Er möchte informiert werden und sich orientieren können. Daraus zieht die Studie den Schluss: Werbung, die im Westen wirkt, wirkt nicht unbedingt im Osten. Niels N. von Haken, Geschäftsführer MDRW, empfiehlt daher den westdeutschen Markenherstellern, differenzierte Werbestrategien für den Osten zu entwickeln. Für die Ostmarken gilt hingegen: „Gegen die Marktmacht der Großen lassen sich die Werte Regionalität, Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit hervorragend einsetzen."

Für die Studie wurden bundesweit 1500 Personen zwischen 14 und 75 Jahren befragt. Die Entwicklung soll von nun an jährlich dokumentiert werden. hor

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