Studie: Konsumenten empfinden DVDs als preiswert

Montag, 30. Mai 2005

Das Kaufverhalten bei DVDs wird stark von der Preispolitik beeinflusst. Dies ergibt eine Studie der Beratungsunternehmen Screen Digest, London, und Goldmedia, Hamburg. Die Untersuchungsergebnisse basieren auf Konsumentenbefragungen in den weltweit führenden DVD-Märkten Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Danach sind die Preise seit Markteinführung der DVD in Europa 1998 europaweit stark gefallen. Der durchschnittliche Preis einer DVD betrug in Westeuropa im Jahre 2004 16,34 Euro. Gegenüber 1998 bedeutet dies einen Rückgang um 39 Prozent.

Einen der wesentlichsten Gründe für diese Entwicklung sehen die Studienautoren in der Preispolitik bei Neuerscheinungen. Immer schneller werden die DVDs nach ihrer Neuveröffentlichung günstiger angeboten. Die Konsumenten empfinden die DVD im allgemeinen als preiswert, warten aber dennoch oft mit dem Kauf, bis sie billiger zu haben ist. Das gilt für 57 Prozent der DVD-Käufer in Großbritannien, für 62 Prozent in Frankreich und 49 Prozent in Deutschland. Der rasche Preisrückgang ermuntert die Konsumenten geradezu, den Kauf so lange hinauszuzögern, bis die Preise gefallen sind, so die Unternehmen.

Durch diese Strategie steigen zwar die absoluten Verkaufszahlen, nicht aber die Umsätze. Die Vielfalt billiger Katalogtitel geht zu Lasten der Nachfrage nach Neuerscheinungen und hochpreisigen DVDs. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass der DVD-Markt auf seinem heutigen Entwicklungsniveau eine solche Preispolitik nicht mehr nötig hätte. Auf die Frage, warum man eine DVD nicht gekauft hat, die man eigentlich kaufen wollte, antworten nur wenige, es habe am Preis gelegen. Das war nur für 7 Prozent der Briten, für 11 Prozent der Deutschen und für 17 Prozent der Franzosen der Grund. kj
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