Studie: Dax 30-Unternehmen nutzen Social Media nur halbherzig

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Bei der Umsetzung von Social-Media-Konzepten tun sich die führenden deutschen Unternehmen nach wie vor recht schwer. Eine von der Münchner Kommunikationsagentur PR-COM im September 2009 durchgeführte Umfrage unter den 30 Dax-Konzernen zeigt, dass die Mehrzahl von ihnen noch immer nicht so recht weiß, wie sie die neuen Kommunikationsmöglichkeiten nutzen soll. Die meisten der Befragten sind zwar auf den bekannten Web-2.0-Plattformen vertreten, von einer strategischen Nutzung von Social Media innerhalb der Unternehmenskommunikation könne aber noch lange keine Rede sein.

Von den 21 Dax-Unternehmen, die sich an der Untersuchung beteiligt haben, sind 67 Prozent im Bereich Social Media auf mindestens einer Plattform aktiv. Bei 33 Prozent gibt es nach eigenem Bekunden keinerlei Social-Media-Aktivitäten, weder auf deutschen noch auf englischsprachigen Plattformen.

Wichtigste Social-Media-Plattformen sind YouTube und Twitter, hier verfügen jeweils 48 Prozent der befragten Dax-Unternehmen über Accounts in deutscher Sprache. Bei Facebook sind 19 Prozent, bei Xing, LinkedIn und StudiVZ jeweils 10 Prozent aktiv.

Dass Social Media wesentlich vom Dialog mit den Adressaten lebt, scheint bei der Mehrzahl der Dax-Unternehmen durchaus angekommen zu sein. Die Befragten erwarten von einer Präsenz im Web 2.0 eine Intensivierung des Dialogs: 67 Prozent mit der Öffentlichkeit, 57 Prozent mit Mitarbeitern, 52 Prozent mit Kunden, immerhin noch 38 Prozent mit Geschäftspartnern. Eine Verbesserung des Unternehmensimages wollen 52 Prozent erreichen, einen höheren Bekanntheitsgrad etwa ein Viertel. Knapp ein Fünftel erwartet eine Unterstützung des Vertriebs und ein Drittel eine Verbesserung des Supports.

Fast drei Viertel der befragten Dax-Unternehmen pflegen ihre Social-Media-Auftritte mit internen Ressourcen, 29 Prozent greifen dafür auf externe Dienstleister zurück, 24 Prozent setzen sowohl interne als auch externe Kräfte ein.

Interessanterweise hält keines der befragten Dax-Unternehmen Social Media generell für "sehr wichtig" und nur 19 Prozent für zumindest wichtig. Bei 24 Prozent hat Social Media "keine Bedeutung" für die Unternehmenskommunikation. Dennoch sehen 67 Prozent Social Media in Zukunft als Pflichtprogramm an.

"Das zögerliche und inkohärente Vorgehen der meisten befragten Unternehmen erinnert an einen Selbstfindungsprozess, der allerdings schon einige Jahre anhält", bemerkt PR-COM-Geschäftsführer Alain Blaes. "Social Media ist aber kein Thema, das erst kürzlich aufgekommen ist. Es ist also an der Zeit, dass die Konzerne aus ihrer Lethargie erwachen und Social Media in ihre Kommunikationsstrategie fest einbinden. Social Media ist nämlich längst dabei, Medien und Öffentlichkeit grundlegend zu verändern und mittlerweile auch zum Wirtschaftsfaktor avanciert."ork
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