Studie: Banken haben zu wenig Zeit für ihre Kunden

Dienstag, 22. Juli 2003

Deutsche Bankberater haben zu wenig Zeit für ihre Kunden. Sie verbringen bis zu 80 Prozent ihrer Arbeitszeit mit administrativen Aufgaben. Außerdem betreuen sie durchschnittlich 300 Kunden - 120 dagegen wären ideal. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung Mummert Consulting und dem FAZ-Institut. "Damit sind Ertragssteigerungen im Privatkundengeschäft für die deutschen Kreditinstitute nur schwer zu erreichen", lautet die Schlussfolgerung der Autoren. Bislang nutzen Banken oft nur zwischen 10 und 30 Prozent ihrer gesamten Mitarbeiterressourcen für den Vertrieb, so aktuelle Expertenschätzungen.

Doch die Kunden machen Druck: Das Hausbankprinzip greife immer seltener, so die Studie. Grund: Das Internet vereinfache Preis- und Leistungsvergleiche; schon heute besitze der durchschnittliche Bankkunde Verträge bei sieben unterschiedlichen Finanzdienstleistern. Umso wichtiger werde die persönliche Initiative der Berater. So wollen 86 Prozent der Institute in die individuelle Anlageberatung investieren, 55 Prozent davon stark. 64 Prozent der Banken wollen in die proaktive Kundenbetreuung durch Call-Center investieren. Jedes zweite Institut plant eine Stärkung des Außendienstes. rp

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