Studie: ADAC-Mitglieder sehen Regulierung von Autowerbung kritisch

Donnerstag, 25. September 2008
So könnte laut GWA eine Autoanzeige nach den EU-Plänen aussehen
So könnte laut GWA eine Autoanzeige nach den EU-Plänen aussehen

Die Mehrzahl der deutschen Autofahrer wünscht sich mehr umweltrelevante Informationen von den Automobilherstellern. Allerdings sollen diese eher durch klare Angaben in Broschüren und Prospekten und weniger in Form von Hinweisen in Anzeigen, Werbespots und Plakaten vermittelt werden. Dies ist das zentrale Ergebnis einer vom Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag des Gesamtverbands Kommunikationsagenturen GWA unter Mitgliedern des ADAC durchgeführten Studie. An der Online-Befragung nahmen insgesamt 1173 Personen teil.

70 Prozent von ihnen wünschen sich beim Autokauf zusätzliche Informationen über die Höhe der CO2-Emissionen oder den Treibstoffverbrauch. Gleichzeitig sehen 63 Prozent den Charakter von TV-Spots und Anzeigen "entscheidend" und "sehr entscheidend" verändert, wenn solche Informationen zwangsweise in Werbeanzeigen und TV-Spots integriert werden müssten. Stattdessen sollten diese Informationen lieber in den Verkaufsunterlagen, auf den Internetseiten der Hersteller oder im Showroom zu finden sein.

Die Studie ist im Zusammenhang mit Plänen der Brüsseler EU-Kommission zu sehen, die Autowerbung zu regulieren. "Wenn Brüssel will, dass die Verbraucher die Botschaften lernen, die transportiert werden sollen, dann dürfen sie sich nicht in Anzeigen und TV-Spots platzieren", fasst GWA-Präsident Holger Jung die aus seiner Sicht wichtigste Erkenntnis aus der Studie zusammen. Der stellvertretende ZAW-Geschäftsführer Bernd Nauen bemüht einen Vergleich aus dem Journalismus, um in die gleiche Kerbe zu hauen: "Ein Artikel über den Intendantenstreit in Bayreuth gehört doch auch ins Feuilleton und nicht in den Sportteil."

Die EU-Kommission hat zuletzt angedeutet, dass sie weniger scharf in die Werbung eingreifen will als zunächst befürchtet. Ihre Pläne sollen sich auf Angaben zum Verbrauch und die Emissionen beschränken. Die Inhalte der Werbung will man den offiziellen Angaben zufolge nicht regulieren. Bis November soll der Vorschlag für eine entsprechende Richtlinie vorliegen. mam

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