Streit um SPD-Slogan: Verantwortliche Werbeagentur rechtfertigt sich

Freitag, 12. April 2013
Die SPD verwendet den Slogan als Motto für den Bundestagswahlkampf 2013 (Bild: SPD)
Die SPD verwendet den Slogan als Motto für den Bundestagswahlkampf 2013 (Bild: SPD)


Die Leiharbeitsfirma Propartner will nun doch dagegen vorgehen, dass die SPD ihren Claim "Das Wir entscheidet" als Slogan für den Bundestagswahlkampf 2013 verwendet. Die Geschäftsführung habe sich entschlossen, die Sache prüfen zu lassen, heißt es in einer Mitteilung von Propartner. Gestern hatte Prokurist Christophe Cren noch angekündigt, nicht gegen die SPD vorgehen zu wollen. Unterdessen verteidigt sich der Chef der Werbeagentur Super J+K, die die SPD im Bundestagswahlkampf begleitet: "Uns war nicht bekannt, dass die Firma den Slogan nutzt", sagt Heiko Kretschmer in der "Bild".
Propartner-Prokurist Christophe Cren (Bild: Propartner)
Propartner-Prokurist Christophe Cren (Bild: Propartner)
Gestern noch nicht hatte es den Anschein, dass die die Verwendung des Propartner-Slogans durch die SPD irgendwelche Konsequenzen nach sich ziehen würde. Das klingt heute ganz anders: "Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen", gibt sich Propartnerin einer Mitteilung kämpferisch. Man habe den Slogan bereits 2007 entwickelt und bewusst gewählt, betont Prokurist Christophe Cren - eingetragen ist er wohlgemerkt nicht.

Möglicherweise hat auch die große mediale Aufmerksamkeit zu einem Gesinnungswechsel geführt: Die Auswüchse im Zeitarbeitssektor im Nachgang der Agenda 2010 gehört eigentlich zu jenen Dingen, die die SPD bekämpfen will. Deswegen ist man bei Propartner nicht unbedingt erpicht darauf, durch den gemeinsam verwendeten Wahlspruch "Das Wir entscheidet" in die Nähe der SD gerückt zu werden: "Angesichts der ablehnenden Haltung von Peer Steinbrück zum Thema Zeitarbeit ist es für uns eher benachteiligend, mit der SPD in Verbindung gebracht zu werden", sagt Cren. Für das Unternehmen sei es außerdem wichtig, den Slogan zukünftig weiter uneingeschränkt nutzen zu können.

Natürlich stellt sich die Frage, wie die Panne überhaupt passieren konnte. Hierzu gibt heute Heiko Kretschmer, Chef des SPD-Agenturgespanns für den Bundestagswahlkampf Super J+K via "Bild" Auskunft: "Uns war nicht bekannt, dass die Firma den Slogan nutzt. Wir haben das Motto für die SPD entwickelt und danach alle notwendigen Checks durchgeführt, sowohl juristisch als auch im Internet. Der Slogan war vor der SPD-Präsentation auf den ersten 15 Seiten von Google nicht zu finden", so Kretschmer.

Die öffentliche Erregung stört den Agenturgeschäftsführer nicht, im Gegenteil: "Was hätte uns denn besseres passieren können? Wir wollen eine kontroverse Diskussion und die haben wir jetzt. Über die mediale Aufregung freue ich mich deshalb." Auch bei der SPD gibt man sich entspannt: "Wir sehen das ganz gelassen", so eine Parteisprecherin zu HORIZONT.NET. Da der Slogan nicht eingetragen sei, dürfe die SPD ihn auch frei verwenden. Wesentlich zerknirschter gibt sich da schon der Spitzenkandidat der SPD: Auf die Frage von Moderator Sven Lorig im ARD-Morgenmagazin, ob man den Claim nicht genauer hätte recherchieren müssen, antwortete Peer Steinbrück: "Ja, Herr Lorig, hätte, hätte, hätte Fahrradkette - natürlich hätte das technische Wahlkampf-Management der SPD dies machen sollen. Nun ist auch gut." ire
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