Streit um Autowerbung: EU gibt nach

Montag, 25. August 2008
Lenkt ein: EU-Umweltkommissar Stavros Dimas
Lenkt ein: EU-Umweltkommissar Stavros Dimas

20 Prozent der Werbefläche von Autokampagnen für Warnhinweise zum CO2-Ausstoß - mit dieser Forderung bringt das EU-Parlament seit längerem Industrie und Verlage gegen sich auf. Der zuständige EU-Umweltkommissar Stavros Dimas machte nun klar, was er vom Konzept der Abgeordneten hält: nichts. "Autokäufer sind nicht mit Zigarettenkäufern gleichzusetzen", machte Dimas jetzt in einem Gespräch mit "Auto Motor und Sport" deutlich. "Ich habe die Resolution des EU-Parlaments gesehen, wie bei Zigarettenschachteln einen Teil der Werbefläche zu reservieren. Ich halte das für einen Fehler", so der EU-Kommissar weiter.

Entwarnung für die Autoindustrie bedeuten die deutlichen Worte gegenüber den Abgeordneten allerdings nicht. Die Dimas-Behörde arbeitet weiter an der Überarbeitung der EU-Richtlinie 1999/94/EG - bis November soll ein Entwurf vorliegen, der die Angabe von Emissions- und Verbrauchsdaten in der Werbung neu regelt. Verlage und Autohersteller fürchten, sie könnten künftig gezwungen sein, Effizienzlabel nach dem Vorbild von Küchengeräten in der Werbung abzubilden.

Aufgegeben hat Dimas offenbar den Plan, die Hersteller über eine Selbstverpflichtung zu mehr Umweltfreundlichkeit in Auto-Kampagnen zu zwingen. "Es stimmt nicht, dass wir den Inhalt der Werbung regulieren wollen", sagte Dimas. "Im Gegenteil: Ich bin für mehr Autowerbung. Derzeit gibt es einen Wettbewerb, wer die grüneren Autos produziert. Sollen sie dafür werben. Das fördert das Bewusstsein, dass grüne Autos gut sind."
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