Streichkonzert: Coca-Cola spart beim Marketing

Freitag, 18. Juli 2008
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Der Getränkeriese Coca-Cola läutet nach mittelmäßigen Quartalszahlen offenbar einen Sparkurs ein. Einen Betrag zwischen 400 und 500 Millionen US-Dollar will der Brausekonzern bis Ende 2011 einsparen - ein Teil davon auf Kosten des Marketings. Wie das US-Branchenmagazin "Advertising Age" berichtet, will der Konzern bei Kampagnenentwicklung und -umsetzung sowie Marktforschung künftig zentraler agieren und so Einsparpotenziale nutzen. Zudem will Coca-Cola den Einsatz seiner Agenturen "optimieren".

Dabei ginge es dem Getränkegiganten nicht darum, die Bedeutung des Marketings herunterzuschrauben, sondern lediglich anders und effektiver zu arbeiten, wie CEO Muhtar Kent anlässlich der Präsentation der Zahlen erklärte. Gerade in wirtschaftlich schwächeren Perioden sei eine starke Marke und die Bindung zum Kunden wichtiger denn je. "In Zeiten immer weiter steigender Lebensmittel- und Energiepreise wird unser Getränkeportfolio zu einer Art "erschwinglichem Luxus" , so Kent.

Im 2. Quartal 2008 sank der weltweite Nettogewinn von Coca-Cola um ein Viertel auf 1,42 Milliarden US-Dollar. Den Umsatz konnte Coca-Cola zwar um 17 Prozent auf gut neun Milliarden Dollar steigern - der Löwenanteil des Anstiegs ging jedoch auf das Konto des schwächeren Dollars, weil Coca-Cola rund 70 Prozent seiner Umsätze außerhalb Nordamerikas macht. Das verkaufte Getränkevolumen legte dank von Zuwächsen in vielen Schwellenländern insgesamt um drei Prozent zu und damit deutlich langsamer als zuvor.
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