Stolperschritte Richtung Social Web und Targeting

Mittwoch, 20. Januar 2010
Sieht Social Web als gute Ergänzung im Media-Mix: Marco Seiler, Syzygy-Chef
Sieht Social Web als gute Ergänzung im Media-Mix: Marco Seiler, Syzygy-Chef

Agenturen und Unternehmen sollten in der Onlinewerbung mehr in Konzepte und Ideen investieren. "Was wir online sehen, ist oft nur ein Abfallprodukt", beklagt Ulrich Kramer, CEO der Pilot Group auf dem 2. Deutschen Medienkongress von HORIZONT in Frankfurt. Gleichzeitig warnte er davor, klassische Werbeformen auf den Social-Media-Bereich zu übertragen. Kramer: "Das funktioniert nicht". Auf dem Panel über die Wachstumstreiber "Social Media und Targeting" waren sich die Diskutanten nahezu einig, dass Social Media eine wichtige Ergänzung im Media-Mix sein kann. "Die Interaktionsleistungen im Social Web als Werbeträger sind sehr gut", bestätigte Syzgy-Chef Marco Seiler. Doch auch im Social Web seien dafür gute Konzepte und Story-Telling gefragt, erinnerte StudiVZ-Geschäftsführer Clemes Riedl.

Man müsse aber, so Tobias Nickel, Leiter Markenkommunikation bei BMW, der Versuchung widerstehen, in alle Bereiche hineinzustolpern. Das Social Web sei eine Art Schulhof. Auch dort sei eine Marke nicht überall mit dabei. Nickel: "Man kann sich nicht an jedem Gespräch beteiligen." Gleichzeitig forderte er qualitativere Werbe-Umfelder.

Matthias Ehrlich, Vorstand United Internet Media, erinnerte indes daran, dass es gerade auch bei Unternehmen die Tendenz gebe, möglichst günstig schlicht Menge einzukaufen. Dennoch ginge es gerade künftig um mehr Qualität. Ehrlich: "Nutzer hassen schlechte Werbung. Deshalb sinkt die Werbewirkung." Das Targeting könnte hierbei allein schon durch eine verbesserte Relevanz die Akzeptanz steigern.

Allerdings, auch dies zeigte die Runde auf, liegt beim Targeting hier angesichts verschiedener technischer Möglichkeiten und Machbarkeiten noch einiges im Argen. Fragmentierte Lösungen und unterschiedliche Standards bremsen Umsetzung und Akzeptanz. Sorgen, die VZler Riedl nicht teilt. "Wir brauchen kein Targeting. Wir kennen unsere Nutzer. Sie geben uns freiwillig ihre Daten." ork
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