Spot-Premiere: Wie die Deutsche Bahn Pferdestärken-Machos ausbremst

Donnerstag, 03. Mai 2012
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So etwas nennt man wohl eine deftige Abfuhr: Im neuen TV-Spot der Deutschen Bahn versucht sich der männliche Hauptdarsteller in einer schummerigen Bar als Womanizer. Obwohl er vor Selbstsicherheit nur so strotzt und alle Trümpfe in der Hand zu halten glaubt, endet der Annäherungsversuch in einem persönlichen Debakel. Das 72-sekündige Commercial ist Teil einer neuen Imageoffensive der Deutschen Bahn, deren Schwerpunkt wie die Chefticket-Kampagne aus dem Jahr 2010 im Bereich Social Media liegt. HORIZONT.NET zeigt den von Ogilvy & Mather entwickelten Spot vorab.
"400 PS, 12 Zylinder, 296 Spitze" - die Argumente, mit denen der Mittvierziger die Dame am Tresen beeindrucken will, sind aus der Sicht des klassischen Pferdestärken-Machos wohl kaum zu toppen. Doch die Zeiten haben sich geändert. Denn seine Einladung auf ein Date am folgenden Abend wird brüsk zurückgewiesen. "10.877 PS, 330 Spitze. Morgen früh, 8:43 Uhr. Gleis 7", kontert die Dame, die sich mit ihrem Zug-Schlüssel am Ende als Lokführerin der Bahn outet.

Mit der Kampagne will die Deutsche Bahn in erster Linie dazu beitragen, dass das Bahnfahren im Autoland Deutschland attraktiver wird. Darüber hinaus will der Konzern auch sein Image als Employer Brand aufpolieren und junge Leute ermutigen, sich bei der Bahn zu bewerben.

Das von Jo!Schmid-Boss Martin Schmid produzierte Commercial wird ab sofort im TV geschaltet. Belegt werden aber keine reichweitenstarken Umfelder, sondern eher kleine Sender wie NTV und Sport1. Nach HORIZONT.NET-Informationen steht für die TV-Schaltung lediglich ein überschaubares Budget zur Verfügung. Die Bahn hofft stattdessen, dass sich das Commercial ähnlich wie beim Chefticket-Spot aus dem Jahr 2010 über soziale Medien wie Youtube und Facebook sowie über Blogs verbreitet. mas
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