Spot-Premiere: Sprite macht Schluss mit dem Leben in Tarnfarbe

Donnerstag, 12. Juli 2012
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Marlboro Beck's Shanghai Mode Tarnfarbe Kompass Coca-Cola


Revoluzzer und Individualisten sind gerade schwer in Mode. Marlboro befiehlt der Zielgruppe "Don't be a Maybe!", Beck's empfiehlt "Folge deinem inneren Kompass" und jetzt gesellt sich Sprite zu den Kritikern des Herdentriebs. In seiner neuen von BBH New York und Shanghai entwickelten Kampagne "Camouflage" steht nicht mehr Sport und Erfrischung im Mittelpunkt, sondern das Aufbegehren des Protagonisten gegen den monotonen Alltagstrott. Filmisch ist der Spot überaus ansprechend, allerdings auch für Sprite überraschend inszeniert. Bisher setzte die Marke aus dem Coca-Cola-Konzern stringent auf eine Bildsprache rund um Jugendliche und ihre sportlichen Aktivitäten. Das hatte unter dem Gesichtspunkt der Markenführung den Vorteil, dass durch die Nähe zu Trendsportarten die Zielgruppenrelevanz leicht herzustellen war und gleichzeitig die Sportstory problemlos das Thema Erfrischung transportierte.

Dieser Logik folgte auch die vorherige Kampagnenarbeit von BBH "The uncontainable Game", die im Februar international lief. Jetzt allerdings präsentiert BBH statt Sport und Action eine beängstigende menschenleere Umgebung. Erst auf den zweiten Blick erkennt der Betrachter, dass die Menschen zwar sehr wohl vorhanden, aber dank geschickter Tarnfarbe und absoluter Passivität mit dem Hintergrund verschmolzen sind. Eine Änderung erfolgt erst, als der Protagonist des Spots sich mit einem kräftigen Schluck Sprite erfrischt.

In Deutschland wird dieser US-Spot bis auf weiteres nicht zu sehen sein. Ob sich allerdings eine derartig unterschiedliche Positionierung im US-Markt und im europäischen Markt dauerhaft durchhalten lässt, muss sich allerdings noch zeigen. Zudem der neue Auftritt eine erweiterte Zielgruppe verspricht: Denn der Softdrink hat dank seiner vor wenigen Jahren eingeführten Null-Kalorienvariante Sprite Zero heute in der weiblichen Zielgruppe deutlich bessere Chancen. Die dürfte sich allerdings im Moment mit der männlich dominierten Markenwelt eher weniger identifizieren. cam 
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