Sponsoring: FC Barcelona verkauft seine Brust an Katar

Montag, 13. Dezember 2010
Bislang darf Unicef unentgeltlich auf dem Trikot werben. Das soll auch künftig gelten - irgendwie
Bislang darf Unicef unentgeltlich auf dem Trikot werben. Das soll auch künftig gelten - irgendwie


Ein kleiner Wüstenstaat wirbelt mächtig viel Staub auf. Vergangene Woche war Katar im Zuge der Vergabe der Fußball-WM 2022 Lieblingsthema der Gazetten, nun sorgt das Land schon wieder für neue Schlagzeilen. Eine Stiftung des künftigen WM-Ausrichters wirbt demnächst auf den Trikots des spanischen Fußball-Erstligisten FC Barcelona - der 111 Jahre lang ohne kommerziellen Partner ausgekommen ist.
Damit hat "Barca" nicht nur erstmals in seiner Vereinsgeschichte einen Trikotpartner, sondern den finanziell lukrativsten dazu. Für die Rekordsumme von 165 Millionen hat sich die Qatar Foundation den Werbeplatz auf der Brust der Spieler gesichert. In dieser Saison fließen noch 15 Millionen Euro, danach 30 Millionen jährlich bis 2016. Barcelonas Finanzchef Javier Faus sprach bei der Bekanntgabe vom lukrativsten Vertrag über Trikotwerbung in der Geschichte des Fußballs. Bisheriger Trikotkönig ist der FC Bayern München, der von der Telekom jährlich in etwa 25 Millionen Euro überwiesen bekommt.

Unklar ist, wie sich Unicef künftig auf dem „Barca"-Trikot präsentiert. Das Kinderhilfswerk durfte in den vergangenen Jahren unentgeltlich auf der Brust werben - eine Millionenspende des Clubs gab's obendrauf. Dieses Engagement will der Verein beibehalten und auch für das Logo soll weiterhin Platz sein. Wie genau sich die beiden gemeinnützigen Organisationen die Fläche aufteilen, müsse noch geklärt werden. Die Qatar Foundation kümmert sich hauptsächlich um Bildungsprojekte im Mittleren Osten. mh
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