Sparprogramm: Karstadt verkauft World of Music

Dienstag, 19. Mai 2009
Karstadt verkauft WOM an JPC
Karstadt verkauft WOM an JPC

Die Konsolidierung bei Arcandor geht weiter. Nachdem sich der angeschlagene Handels- und Touristikkonzen Ende April von Karstadts Premium-Häusern, den Quelle-Filialen und dem E-Commerce-Portal Myby getrennt hat, löst sich Arcandor jetzt von seinem Musikgeschäft World of Music (WOM). Die Marke WOM gehört ab sofort dem Internet-Händler JPC, Georgsmarienhütte. Die Versandhandelsgesellschaft will WOM als eigenständige Vertriebslinie unter WOM.de weiterführen. Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Eine Wiederbelebung des WOM-Magazins ist fraglich
Eine Wiederbelebung des WOM-Magazins ist fraglich
Karstadt hatte WOM 1994 übernommen. Es sollte zum "stärksten crossmedialen Entertainment-Marke der Republik" ausgebaut werden. Neben dem Musikshop im Internet gehört auch das kostenlose gleichnamige Magazin, das jedoch nur bis Januar herausgegeben wurde. Über die Zukunft des Musikblattes ist noch nicht entschieden. "Wir prüfen derzeit alle Optionen zur Weiterführung", sagt JPC-Geschäftsführer Gerhard Georg Ortmann.

Der Verkauf dürfte dem Konzern ein wenig Zeit zum Durchatmen verschaffen. Doch neue dunkle Wolken ziehen heran. Wie das "Handelsblatt" heute meldet, darf sich Arcandor nur noch wenig Hoffnung auf Unterstützung vom Staat machen. Der Konzern will Staatsbürgschaften in Höhe von 650 Millionen Euro. Die Union lehnt das aber ab. "Staatsgeld kann nur bekommen, wer durch die Finanzkrise vorübergehend in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist und ansonsten ein tragfähiges Geschäftsmodell hat", sagt Unionsfraktionschef Volker Kauder der Zeitung. Bei Arcandor könne er jedoch bislang nicht erkennen, dass der Konzern diese Bedingungen erfüllt.

Arcandor-Vorstandschef Karl-Gerhard Eick stößt WOM ab
Arcandor-Vorstandschef Karl-Gerhard Eick stößt WOM ab
Bereits Ende vergangenen Jahres hatte die Arcandor-Tochter angekündigt, sich nur noch auf das Kerngeschäft zu konzentrieren und sich im Zuge des Effizienzprogramms von WOM zu trennen. Festhalten will Arcandor-Vorstandschef Karl-Gerhard Eick hingegen an seinem Touristikbereich Thomas Cook und die profitablen Kerngeschäfte von Karstadt und Primondo. jm
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