Sparkassen und Esso wollen bargeldlos werden

Donnerstag, 03. November 2011
Die Sparkassen setzen auf die kontaktlose Geldkarte
Die Sparkassen setzen auf die kontaktlose Geldkarte

Die Sparkassen Finanzgruppe und der Mineralölhersteller Esso pushen gemeinsam die kontaktlose Geldkarte. Die beiden Partner haben gestern die erste bundesweite Kooperation zum kontaktlosen Bezahlen mit Girocards der deutschen Kreditwirtschaft geschlossen. Im April kommenden Jahres startet zunächst ein Pilotprojekt in der Region Hannover, Braunschweig und Wolfsburg. Ziel ist es aber, das bis Ende des Jahres Sparkassenkunden an allen 1.100 Esso-Tankstellen in Deutschland das schnellere kontaktlose Bezahlen anzubieten, bei dem Kunden kleinere Beträge mit ihrer Karte bezahlen können, ohne diese in ein Kartenterminal stecken zu müssen. Neben der Sparkasse werden sich auch die Volks- und Raiffeisenbanken mit rund 100.000 Karten an dem Piloten beteiligen. Wie Esso-Vorstandsvorsitzender Gernot Kalkoffen bei der Kooperationsunterzeichnung andeutete, soll die Zusammenarbeit der Auftakt zu weiteren gemeinsamen Projekten zwischen Finanzdienstleister und Tankstellenbetreiber sein. Welche das sind, ließen beide Partner allerdings aus Wettbewerbsgründen offen. An ein gemeinsames Loyalitätsprogramm sei aber nicht gedacht, stellten die Partner klar

Die Sparkassen geben ab April über eine Million SparkassenCards aus, die Kunden für die etablierten Zahlverfahren genauso nutzen können wir für das kontaktlose Bezahlen. Ab Mitte des nächsten Jahres werden sukzessive alle 45 Millionen Sparkassen Cards mit der innovativen NFC-Technik ausgerüstet. "Wir sind überzeugt, dass wir mit diesem neuen, hochsicheren Bezahlverfahren den Bargeldanteil im Handel deutlich senken und den Komfort für unsere Kunden weiter erhöhen können", sagte Werner Netzel, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Allerdings gibt es zunächst Grenzen. So sollen Kunden mit der neuen Karte zunächst nur Beträge bis 20 Euro bezahlen können. Im Schnitt kaufen Verbraucher für acht Euro im Essoshop ein. Im Schnitt geben die Kunden an der Tankstelle 37 Euro aus.

Gleichwohl - und das zeigen nicht zuletzt die Erfahrungen mit der Geldkarte, die nach wie vor unter Akzeptanzproblemen leidet - sind sich die beiden Partner bewusst, dass es nicht einfach wird, die Kunden zu überzeugen. Die Deutschen lieben ihr Bargeld. Gerade deshalb wollen DSGV und Esso den Marktstart mit umfangreichen Kommunikationsaktivitäten begleitet. Neben Mitarbeiterschulungen, Trainings mit den Kunden, Mailings und PoS-Aktionen mit Promotionsangeboten, wird es eine aufmerksamkeitsstarke Werbekampagne geben. Die Kreation dafür soll nach Horizont.net-Informationen Sparkassen-Stammbetreuer Jung von Matt/Spree übernehmen. mir
Meist gelesen
stats