Spareinlagen sind sicher: Sparkassen und Genossenschaftsbanken starten Anzeigenkampagne

Donnerstag, 13. September 2012
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Früher waren es die Renten. Heute sind es die Spareinlagen der Kunden, die sicher sind. Denken zumindest viele Deutsche. Doch das könnte sich ändern, wenn Ideen der EU-Kommission in den nächsten Monaten verwirklicht werden sollten. Mit einer  ganzseitigen Anzeige in großen deutschen Tageszeitungen gehen heute der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeissenbanken und der Deutsche Sparkassen- und Giroverband gegen die Brüssler Ideen in die Offensive. In dem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, der in rund 350 Blättern zu lesen ist, wenden sich die beiden großen Finanzgruppen gegen die Pläne der EU-Kommission, eine Bankenunion einzurichten. Die Gedankenspiele in Brüssel sehen unter anderem dabei eine gemeinsame europäische Einlagensicherung vor. Das bedeutet: Die Gelder, die heute die Institute für die Sicherung der Einlagen der Kunden bei Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken ansparen, könnten zur Stütze von Banken in Schieflage genutzt werden. "Damit würden die Schäden aus besonders risikoreichen Geschäften europäischer Groß- und Investmentbanken deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken auferlegt", heißt es bei den beiden Geldhäusern. In den Brief warnen daher Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, und sein Kollege bei den Volks- und Raiffeisenbanken, Uwe Fröhlich davor, diese Pläne umzusetzen. "Die Übernahme von Zahlungspflichten für ausländische Banken würde das Vertrauen unerser Kunden in die Sicherung ihrer Spareinlagen gefährden." Die beiden Präsidenten schlagen stattdessen vor, dass die Banken in anderen Ländern der Währungsunion leistungsfähige Sicherungen selbst aufbauen.

Ziel der Kampagne ist es, die Öffentlichkeit und die Politik über die Folgen der Plände der EU-Kommission zu informieren. Und gleichzeitig die Bundeskanzerin an ihre Zusage vom Oktober 2008 "Die Spareinlagen sind sicher" zu erinnern. Das scheint zu gelingen. Zahlreiche Politiker hätten den Instituten bereits ihre Unterstützung signalisiert, heißt es beim DSGV. Die deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken stehen mit ihrer Kritik an den EU-Plänen nicht alleine. Unter anderem in Österreich und Italien stoßen die Ideen aus Brüssel auf ähnliche Kritik.

Das Layout der Anzeige entstand in einer Kooperation zwischen Heimat und AMmir
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