Spanien stürzt in der Gunst der Deutschen ab

Donnerstag, 07. Februar 2008

Spanien verliert für die Deutschen als Reiseziel an Attraktivität. Im vergangenen Jahr führten nur 9,2 Prozent der Auslandsreisen in das Land. 1999 dagegen hielt sich noch jeder sechste Deutsche Urlauber in Spanien auf. "Der Spanientourismus erlebte in der vergangenen Reisesaison 2007 einen historischen Absturz, wie seit 1980 nicht mehr", kommentiert die "24. Deutsche Tourismusanalyse" den Schwenk. Für die wichtige Branchenuntersuchung im Auftrag der BAT Stiftung befragt Ipsos in Mölln in Deutschland jährlich 4000 Personen ab 14 Jahre.

Das Ergebnis ist ein Schlag ins Gesicht der Spanienwerber. Mit einem Bruttowerbeetat von rund 8,5 Millionen Euro war das Spanische Fremdenverkehrsamt laut Nielsen Media Research im Jahr 2006 die zweitgrößte werbungtreibende Fremdenverkehrsorganisation in Deutschland nach der Österreich Werbung.

Der Gewinner ist Italien, das mit Spendings von knapp 8 Millionen Euro auf Platz 5 im letzten verfügbaren Werberanking lag. Jeder zehnte deutsche Urlauber hat 2007 Italien als Reiseziel gewählt, 2006 waren es noch 8 Prozent. "Die touristische Trendwende deutet auf eine Renaissance des Italientourismus hin", kommentiert Horst Opaschowski, Wissenschaftlicher Leiter der BAT Stiftung, das Ergebnis.

Die meisten Reisen unternehmen die Deutschen jedoch auch 2007 im Inland. Jeder dritte Bundesbürger hat seine Ferien in Deutschland verbracht. "Die Inlandsmarketing-Kampagne der Deutschen Zentrale für Tourismus ,Kurz-nah-weg' trägt erste Früchte", so Opaschowski (Agentur: Shapefruit, Bad Neuenahr).

Doch auch hierzulande verschieben sich die Präferenzen. Gewinner sind die Nord- und Ostseeregionen, Verlierer Baden-Württemberg und Bayern, obwohl die Bayern Tourismus Marketing 2006 mit über 8 Millionen Euro ebenfalls zu den Topspendern gehörte. pap



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