Soziales Furzen: Kanadische Gesundheitsbehörde wirbt mit Blähungen gegen das Rauchen

Dienstag, 19. März 2013
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Während in der EU derzeit heftig über Schockbilder auf Zigarettenpackungen diskutiert wird, setzt das Gesundheitsministerium der kanadischen Provinz Ontario auf weniger brachiale Methoden, um Raucher zum Nachdenken zu bewegen. In der von BBDO Toronto kreierten Aufklärungskampagne "Quit the Denial" geht es zwar auch um Abgasschwaden, allerdings werden diese nicht inhaliert, sondern ausgestoßen. Protagonistin des Werbefilm ist eine junge Frau, die in Gesellschaft gerne einen fahren lässt. Die Prämisse des 53-Sekünders könnte auch einer Comedy-Sketch-Show entnommen sein. In dem Film versucht sich eine sympathische Blondine zu rechfertigen, dass sie ja "nur" eine Gesellschaftsfurzerin sei. Furzen mache ihr nur Spaß, wenn sie mit ihren Freunden unterwegs sei oder einen netten jungen Mann kennenlernen wolle. Die Botschaft der Geschichte: Gesellschaftsfurzen ist als Selbstbetrug mindestens genauso lächerlich wie die Ausrede ein Gesellschaftsraucher zu sein.

Die Kampagne wiederholt in weiteren Spots den Erzählbogen mit anderen Variationen der komischen Selbstrechfertigungen. So erkärt ein Mann in einem weiteren Spot, dass er nicht zwanghaft Essen von anderen Tellern stehle, sondern nur ein "Gesellschaftsnascher" sei. Auffällig ist, dass die Kampagne auf jede Auseinandersetzung mit den Risiken des Tabakkonsums verzichtet. Angesprochen werden sollen hier Raucher, die sich zwar grundsätzlich über die Risiken des Rauchens bewusst sind, aber ihr eigenes Risiko verharmlosen. cam
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