Sodastream tauscht Super-Bowl-Spot aus und provoziert weiter

Freitag, 01. Februar 2013
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Sodastream kann sich nicht beklagen: Für die mehr als drei Millionen Dollar, die der Hersteller von Trinkwassersprudlern für TV-Werbung während des Super Bowl aufbringt, bekommt er eine Menge Publicity gratis. Denn die Zensur des geplanten Spots durch den Sender CBS ist bares Geld wert. Reagieren allerdings musste Sodastream. Jetzt zeigt das Unternehmen eine leicht modifizierte Konserve, die bereits in Großbritannien verboten wurde. Die über 100 Millionen Zuschauer bei der 47. Auflage des American-Football-Finales am 3. Februar werden das Commercial unter dem Titel "Sodastream Effect" zu sehen bekommen. Dessen Ausstrahlung war im britischen Fernsehen wegen vermeintlicher Herabsetzung der Konkurrenz aus der Getränkeindustrie verboten worden. Einzige Änderung gegenüber jener Fassung: Ein Voice-over teilt mit, dass die Menschheit allein am Tag des Finales mit Sodastream die Produktion von 500 Millionen Flaschen überflüssig machen könnte. Der 45-sekündige Spot stammt von Werbeguru Alex Bogusky und dem Kreationsteam der Design- und Digitalagentur Pale Dot Voyage (Chattanooga/ Tennessee).

Diese Mannschaft hat sich auch den nun zensierten Spot, der zum Endspiel der National Football League (NFL) gezeigt werden sollte, ausgedacht und umgesetzt. "Game Changer" heißt er und zeigt zwei Getränkelieferanten, die Uniformen von Coca-Cola und Pepsi tragen. Sie packen ihre Kisten jeweils auf Sackkarren und spurten damit auf einen Supermarkt zu. Doch noch bevor sie ihn erreichen, zerspringen plötzlich die Flaschen, und wie im ersten Spot wird die Verbindung zum Sprudler hergestellt. Ein Knopfdruck auf das Gerät des israelischen Herstellers führt zur Explosion.

Das Unternehmen provoziert die großen Softdrink-Hersteller bewusst und stellt zugleich die Zukunftsfähigkeit des eigenen Produkts heraus. "Eines Tages werden wir auf Limo-Flaschen aus Plastik zurückblicken, wie wir es jetzt schon im Fall von Zigaretten tun", behauptet Sodastream-CEO Daniel Birnbaum, "nämlich wie auf ein gefährliches Laster, nicht wie auf ein leichtfertig akzeptiertes Phänomen des täglichen Lebens". Der verbotene Spot bleibt auf dem Youtube-Kanal von Sodastream online. fo
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