Skittles: Eine Spaßmarke als Mahnmal gegen Mord und Rassismus

Donnerstag, 19. April 2012
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Die Bonbon-Marke Skittles sorgt üblicherweise durch schräg-humorige Werbespots unter dem Claim "Taste the Rainbow" für Schlagzeilen. Jetzt wird die Marke des Süßwarenkonzerns Wrigleys zum Fokus eine öffentlichen Diskussion in den USA, die mit der Gute-Laune-Botschaft von Skittles nur schwer in verbindung zu bringen ist. Ein Künstler hat aus 12.000 Skittles ein Porträt des Mordverdächtigen George Zimmerman geschaffen. Zimmerman hatte in Florida den schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin erschossen, der spät Abends in einem Lebensmittelgeschäft Skittles gekauft hatte. Dass Süßwaren von einer Platzierung im öffentlichen Rampenlicht stark profitieren können, ist spätestens seit der Rolle von Reeses Pieces in dem Spielberg-Film "E.T.". Obwohl der Kontext der Verbindung im Fall von Skittles nicht annähernd so positiv ist, hat sich für die Marke schon ein vergleichbarer Effekt bei den Umsatzzahlen bemerkbar gemacht. Wie die "New York Times" berichtet, mehren sich die Stimmen in den schwarzen Gemeinden der USA, dass der Konzern zumindest einen Teil der zusätzlichen Gewinne zugunsten des Opfers und zugunsten sozialer Initiativen spenden solle. Wrigleys versucht seinerseits die Assoziation mit der andauernden Debatte so gering wie möglich zu halten und beschränkte sich auf das Statement, dass man mit der Familie mitfühle und den Vorfall nicht weiter kommentieren wolle "um nicht den Eindruck zu erwecken, dass wir von dieser Tragödie in irgendeiner Form wirtschaftlich profitierne wollen."

Dank des Porträts "Fear itself", das der Künstler Andy Bell schuf, wird Skittles wohl noch längere Zeit ein zentrales Element der Debatte bleiben. Obwohl das Bild nur in der Redline Gallery in Denver zu sehen ist, wurde die Meldung dazu von vielen Zeitungen in den USA aufgegriffen. Derzeit erbringt eine Suche bei Google 1,5 Millionen Treffer zu dem Thema. cam
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