Sixt veralbert Bundespräsident Christian Wulff

Freitag, 23. Dezember 2011
Sixt nutzt die Affäre um Christian Wulff für Werbezwecke
Sixt nutzt die Affäre um Christian Wulff für Werbezwecke

Danach hätte man eigentlich die Uhr stellen können. Der Autovermieter Sixt hat wie so oft eine aktuelle Affäre in seiner Werbung aufgegriffen. Diesmal trifft es mit Christian Wulff sogar das deutsche Staatsoberhaupt. Auf dem von Sixt inhouse entwickelten Werbemotiv ist der unter anderem wegen eines Privatkredits schwer unter Druck geratene Bundespräsident zu sehen. Die Headline "Spaß kann man auch ohne reiche Freunde haben! Mit einem Mietwagen von Sixt" ist eine direkte Anspielung auf die Negativ-Schlagzeilen, mit denen der Bundespräsidenten derzeit zu kämpfen hat.

Dabei geht es um einen Privatkredit in Höhe von 500.000 Euro, den Wulff 2008 als Ministerpräsident von Niedersachsen vom betuchten Unternehmerehepaar Geerkens bekommen haben soll. Und um die Frage, ob Wulff Anfang 2010 bei einer Anfrage des niedersächsischen Landtags in dieser Angelegenheit die Unwahrheit gesagt hat.

Zudem steht Wulff unter Druck, weil er mit seiner Familie drei Mal einen Privaturlaub in Häusern der Familie Geerkens verbrachte und weil der Unternehmer Carsten Maschmeyer 2007 kurz nach dem niedersächsischen Landtagswahlkampf eine Anzeigen-Kampagne für ein Interview-Buch finanziert haben soll,  in dem Wulff sein privates und politisches Leben beschreibt.

Wulff ist nicht der erste Politiker, der auf einem Sixt-Werbemotiv landet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und die damalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt wurden von dem Münchner Autoverleiher bereits unfreiwillig als Testimonial eingesetzt. mas
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