Siemens prüft nach Handypanne Info-Kampagne

Mittwoch, 01. September 2004

Angesichts des Skandals um die fehlerhafte Software der neuen Siemens-Handygeneration und der vorläufigen Verbannung der Geräte aus dem Sortiment der Netzbetreiber denkt der Münchner Konzern über zusätzliche Kommunikationsmaßnahmen nach. Laut Chief Marketing Officer Jens-Thomas Pietralla wird derzeit geprüft, ob sich das Unternehmen mit einer Kampagne an die Endverbraucher richtet, um einen Imageschaden abzuwenden. "Wir entwickeln derzeit mögliche Ansätze", erklärt Pietralla. Ob eine der beiden Stammagenturen Springer & Jacoby, Hamburg, und TBWA, Berlin, einen entsprechenden Auftrag erhält, macht er davon abhängig, wie sich die Stimmungslage in den nächsten Tagen verändert. Sollte sich die Situation zuspitzen, würde sich Siemens laut Pietralla in einer Kampagne ohne Abstriche zu dem Fehler bekennen, aber betonen, dass der Konzern das Problem nicht unter den Teppich gekehrt, sondern die Öffentlichkeit proaktiv informiert habe.

Die Negativschlagzeilen wirken sich vereinzelt auch auf die Werbeaktivitäten aus. Zwar sollen weder laufende Kampagnen gestoppt noch der Werbedruck vermindert werden. Allerdings gehen die Auftritte für die Modelle S65 und SL65, die in einigen Ländern dieser Tage anlaufen sollten, mindestens eine Woche später on Air. Wie groß der Schaden letztlich sein wird, hängt nach Ansicht Pietrallas davon ab, wie schnell die Netzbetreiber die neue Software, die den Fehler beheben soll, freigeben. "Wir erwarten, dass dies mehrheitlich in dieser Woche geschieht." mas
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