Sex-Skandal bei Ergo: Signal-Iduna-Chef Schulte sieht Branchenruf beschädigt

Dienstag, 31. Mai 2011
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Lange hat die Branche zu den Ereignissen bei Ergo geschwiegen. Jetzt geht
Reinhold Schulte aus der Deckung. Das Wort des Mannes hat Gewicht. Schulte ist Chef der Signal Iduna und Vorsitzender des Verbandes der privaten Krankenversicherer. In einem Gespräch mit der Financial Times Deutschland fordert der Top-Manger, dass sich der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) von der Ergo distanziert.
Reinhold Schulte, Vorstandsvorsitzender Signal Iduna
Reinhold Schulte, Vorstandsvorsitzender Signal Iduna
Damit ist der Skandal um die Sex-Reise der Vertriebsorganisation Hamburg-Mannheimer International (HDI), die zum Ergo-Konzern gehört, in den Gremien der Versicherungswirtschaft angekommen. "Der Ruf der Branche ist beschädigt, das ist gar keine Frage", zitiert das Blatt Schulte. Er habe in seiner 39-jährigen Karriere noch keinen Vorgang erlebt, der die Branche derart bewegt habe.

Schulte will den Skandal bei der Tochter der Munich Re und seine Folgen auf der nächsten Präsidiumssitzung des GDV ansprechen. Er möchte eine deutliche Distanzierung des Spitzenverbandes von den Vorgängen bei der HMI erreichen. Hinter verschlossenen Türen könnte es dabei sehr laut werden. Dem Gremium gehören auch Ergo-Chef Torsten Oletzky und Munich Re-Vorstandsvorsitzender Nikolaus Von Bomhard an. Und die werden bei aller Zerknirschtheit über die Party, die Kosten und den Imageverfall es nicht einfach hinnehmen, dass Schulte auch noch gleich die Ergo-Markenkampagne abwatscht. "Ich sehe die Entwicklung bei diesem Unternehmen sehr kritisch. Da gibt es noch ein paar andere Dinge, die uns in der Branche in eine Situation gebracht haben, in der man nicht unbedingt zu Werbeaussagen stehen konnte", zitiert die FTD den Entscheider. mir
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