Sex, Blut und Diskriminierung: Werberat rügt sieben Kampagnen öffentlich

Mittwoch, 15. Februar 2012
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Das Negativ-Ranking der beim Werberat angeprangerten Mediengattungen führt 2011 das Fernsehen an. Mit 63 kritisierten Kampagnen hat die TV-Werbung damit die Außenwerbung (57) an der Spitze abgelöst. Die Online-Werbung rangiert an dritter Stelle mit 31 beanstandeten Fällen, ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr (50). Insgesamt hatte das Selbstkontrollorgan 262 Kampagnen zu begutachten - zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. In 87 Fällen schloss sich der Werberat der Konsumentenkritik an. 72 Unternehmen stellten daraufhin ihre Kampagnen ein, acht änderten sie ab. Sieben Unternehmen zeigten sich nicht einverstanden und wurden vom Rat öffentlich gerügt. Das Gremium sieht sich angesichts dieser Zahlen in seiner Arbeit bestätigt. „Diese hohe sofortige Durchsetzungsquote von 92 Prozent bestätigt die Akzeptanz des Werberats in der Wirtschaft und unterstreicht den Willen zur Selbstdisziplin der Firmen in diesen Fällen zwar rechtlich zulässiger, aber unerwünschter Werbemaßnahmen", sagt der Sprecher des Deutschen Werberats, Volker Nickel.

Die öffentlichen Rügen ergingen an die Firma Redcoon (Aschaffenburg), die mit einer blutrünstigen Anzeige für Kühlschränke und Krimis warb, und die Gastwirtschaft „Alter Kanal" (Inhaber: Andreas Huisgen), die in einem Prospekt mit einer fast nackten Frau unter der Überschrift „Total wild" ihre Wildspeisen anpries. Auch der Heilbronner Friseur Volker Gogel-Beck bekam sein Fett weg wegen Frauen erniedrigender Werbung auf einem Großplakat. Ein Getränkehändler namens Daberger aus dem oberbayerischen Frauenneuharting bewarb seinen Lieferservice mit einer halbnackten, auf dem Bauch liegenden Frau und dem Werbetext „Wir erfüllen euch jeden Wunsch". Bereits im Herbst 2011 waren die Tadel gegenüber dem TV- Sender NBC, dem Handelsunternehmen Manhattan Spirits und der EFAG Trademark Company bekannt geworden.

Erneut richteten sich die meisten Proteste der Bürger gegen vermeintlich Frauen diskriminierende Werbung. In 90 Fällen gingen darüber Beschwerden ein. Mit Abstand folgen Vorwürfe wegen Diskriminierung von Personengruppen (25) und Gewaltverherrlichung (24). Schlußlicht bilden Vorhaltungen wegen Missachtung des Tierschutzes (4). fo

Die gerügten Motive finden Sie auf den folgenden Seiten

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